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Gebet nach der Reise, und in Krankheit.
Gebet nach der Reise.
Der Herr hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen; daß sie dich auf den Händen tragen, und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßeft. Psalm 91, 11. 12.
Ge
Pelobet seyft du, treuer Gott, daß du diese deine Berheißung auch an mir erfüllet; daß du mein Gebet erhöret baft; daß du mein Schuß auf allen meinen Wegen gewesen bist, und meine Reise zu einem guten Ende gebracht haft! Biele Gefahren hast du von mir abgewandt; ich gedenke jeßt, da ich in Sicherheit bin, mit einem gerührten Herzen daran. Der Unglücksfälle, die mir im Berborgenen droheten, die mir unbekannt geblieben sind, sind gewiß noch weit mehrere.
Aber du haft mich immer behütet, und sicher zu den Meinigen ges leitet. Id froblocke jett: es ist gut unter der Obhut Gottes stehen, und sich seinen beschüßenden Händen voll Bertrauen überlassen. Diese Erfahrung, die ich nun auf's Neue gemacht, stärke mich in meinem Glauben an deine Borsehung.
Allmächtiger Gott! laß ferner deine Augen über mich zum Schuß offen stehen; dein Segen sey allenthalben mit mir! Behüte meinen Auss gang und Eingang, von nun an, bis in Ewigkeit! Amen.
Gebet in Krankheit.
Unendlich gütiger und barmherziger Gott, der du der Arzt der Kranken, der
Troft der Betrübten und die Zuflucht der Berlassenen bift! Ich bekenne und Flage dir meines Herzens Schwäche, die sich in meiner Krankheit so oft durch Ungeduld, Mißtrauen und Kleinmüthigkeit äußert. Bergib es mir um Christi willen, wo ich irgend durch ängstliches Zagen und Murren mich an dir verfündiget habe, und schenke mir die Geduld, die mir so nöthig ist.
Laß mich oft an deine Verheißungen gedenken, und laß mich die Kraft derselben an meinem Herzen erfahren, damit ich mit fester Uebers zeugung glaube: du werdest meiner nicht vergessen, du werdest mich nicht verlassen, noch versäumen. Du willst nicht, daß ich mein gegenwärtiges ( langes) Leiden gering achten, oder unempfindlich dagegen seyn soll. Aber gib auch, daß ich dasselbe nicht als ein Zeichen deiner Ungnade ansehe, sons dern solches als eine weise und väterliche Züchtigung, die von deiner Hand kommt, verehre.
Laß mich feft überzeugt werden, daß diese Krankheit nach deiner weisen Fügung mein wahres Seelenheil und den christlichen Vorfag bea fördern werde, am meisten nach dem zu trachten, das droben ist. Gib mir aber auch den freudigen Trost, daß du zwar Wunden schlägst, fie aber auch wieder heileft, und daß der Lohn derer, die in Trübsalen aushalten, groß seyn wird. Erwecke mich dabei, immer auf das Muster meines Erlösers zit seben, der dir gehorsam war bis zum Tode, ja zum Tod am Kreuze: damit ich nach seinem Erempel wabre Gelaffenheit und Geduld beweise, und von dir und deiner Huld nicht geschieden werde! Amen.
Ein Anderes.
Proßer Gott, der du die ganze Welt und die Schicksale eines jeden eins zelnen Menschen mit der höchsten Weisheit regiereft. Ich bin überzeugt, daß auch diese Krankheit, auch dieses Leiden, das mich betroffen hat, von dir aus weiser, väterlicher Absicht, über mich verhängt ist. Darum schenke mir deine Gnade, daß ich vertrauensvoll in deiner Führung ruhe. Las mich stets bedenken, daß dein Wille ein guter und gnädiger Wille ift, der immer mein Beftes wählet. Ach! wie oft will mein Herz den Irrweg.


