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ala Gebet nach der Genesung.
und wie selten will es sich deine Wege wohlgefallen laffen! Siehe mich zurück, wenn ich meinem eigenen Willen folgen will, und lehre mich, mich felbft verläugnen, meinen eigenen Reigungen und Wünschen entsagen, und mich ganz deinen Fügungen unterwerfen. Berleibe, daß ich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit dem Herzen sage: Herr, dein Wille geschebe! Dann wird meine Seele rubig, denn ich weiß, du wirst mir nichts geschehen lassen, als was mir nüßlich und heilsam ist.
So schane denn, großer Gott, bernieder auf mich, der( die) ich hier vor dir liege; nimm mein Herz, und mache es so gefinnet, wie es dir wohl= gefällig ist!
Mit Freuden kann ich bis bieber sagen, daß deine Hand mich ges leitet, daß dein Arm mich geschüßet, daß dein Trost mich erquicket hat. Nun, o Gott! du lebeft noch, deine Treue ist noch immer groß, und deine Güte ist noch täglich neu. Was du willst, das geschehe! Dir ergebe ich mich in kindlichem Gehorsam, es sey zum Leben oder Sterben. Es gehe, wie es gehe, du, Bater in der Höhe, weißt doch zu allen Sachen Rath! Amen.
Gebet nach der Genesung.
Großer Gott, böchster Gebieter über unser Leben, der du allein in das
Grab, und auch wieder herausführeft, ich werfe mich in tiefster Demuth vor dir nieder, und danke dir von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurückriefeft! Ich rief zu dir: ewiger Gott! ist es möglich, so friste mir mein Leben noch auf einige Zeit. Da hörtest du meine Klagen, und fahest meine Thränen an, und gabst mir Leben und Gesundheit wieder. D daß ich deine Liebe und deinen Beistand nach Würden erheben könnte! Ich bekenne es mit freudigem Danke, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit und Sorgfalt der Menschen ist ohne dich vergebens. Was habe ich dir nicht, o mein Gott, in meiner Krankheit und in meinen Aengsten versprochen! Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfallen kann: ich versprach, dir bis in den Tod treu zu bleiben. Gib denn doch nicht zu, daß ich so heiliger Zusagen je vergesse, sondern präge sie mir tief in's Herz, daß ich alle Tage meines Lebens daran gedenke, und alle meine Kräfte anwende, um sie zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß mich von nun an dir leben! Ziebe du nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in die Welt tres ten läsfest, in welcher uns so viele Bersuchungen zur Sünde umgeben. Du allein kannst mich erretten. Gib mir Einsicht und Kraft, gib mir Standhaftigkeit und Muth, damit ich allen Versuchungen widerstehen und alle Lockungen einer verführerischen Welt verachten möge. Sey dut mir zur Rechten, damit ich niemals wanke. Deine Hand erbalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist regiere mich! Der Glaube sey mir anstatt des Schils des, und dein Wort anstatt eines Schwertes, um allen Anläufen der Feinde zu widerstehen, wider die ich werde zu streiten haben. Nie komme mir doch die Ermahnung aus dem Sinne: Siehe zu, du bist gesund worden, fündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht etwas ergeres widerfahre! Ich weiß es, daß, obgleich du mir jetzt Leben und Gesundheit wieder schenkest, ich doch einst diese Welt verlassen muß. Ich weiß es, daß diese Lebensfrist mir nur zur Borbereitung auf die Ewigkeit dienet; ich weiß es, daß der Himmel nur unser wahres Baterland ist, und unser Herz und Bestreben dahin gerichtet seyn müssen, weil da unser Erbtheil aufbewahrt lieget. Ach! so laß mich denn dergeftalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vors theilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir immer ist, doch die Gesundbeit und Heilung meiner Seele mir noch weit wichtiger und angelegener fen, weil ich ohne diese dein Angesicht uicht schauen und an deinem Reiche Feinen Theil baben kann. Erbarme dich auch, o mein Gott, aller armen Kranken! Höre ihr Bitten! Stebe ihnen bei, und gewähre ihnen Alles, was deine anbetungswürdige Weisheit für sie am ersprießlichsten findet!
Hilf auch allen denen, die du mit mir von ihrem Krankentager aufe fiehen, und die Sonne mit Freuden wieder erblicken läffeft! Gib einem


