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Gesangbuch für die protestantische Kirche des Königreichs Bayern
Entstehung
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300 Morgen und Abendgebete auf alle Wochentage.

Morgengebet am Mittwoch.

Gott, mein Bater, durch deine Gnade trete ich aus einer dunkeln Nacht

an das Licht dieses Tages, und komme im Namen Jesu Christi vor dein Angesicht, dir zu danken, daß du mir bis hieher geholfen haft. Ach, schaffe mir ferner Beistand in allen meinen Nöthen; denn Menschenbülfe nüket nicht. Darum harret meine Seele nur auf dich! du bist meine Hoffnung, mein Hort und mein Schuß, der mich nicht fallen läßt. Bei dir ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Stärke, meine Zuversicht ist auf dich! Thue aber auch zu deinen vielen Wohlthaten noch diese hinzu, daß du meine Seele in wahrem Glauben und in der Furcht deines heiligen Namens bis an mein seliges Ende erhälteft, auf daß ich dein Eigenthum sey, dir lebe und dir sterbe. Stärke mich durch deine Gnade, daß ich deine beiligen Gebote balte, und an dich auf allen meinen Wegen gedenke. Du kennest mein Herz, und siebest wohl, wie es oft den Irrweg will, Wie leicht kön­nen wir fündigen, und von deiner ebnen Bahn abweichen, da wir es felbft nicht meinen! So behüte mich nun vor schädlichem Selbstbetrug, laß meinen Gang gewiß seyn in deinem Wort, und laß kein Unrecht über mich Herrschen. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz, prüfe mich, und erfahre, wie ich's meine, und siebe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf den Weg zum ewigen Glück. Gib mir Weisheit, daß ich nur das Gute wähle, und erhalte mich in dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte!

Sen du, o Gott, mein Freund und treuer Rath, lenke mein Herz zu dem, was dir gefällig, und zu meinem Frieden dienlich ist! Mache mich vorsichtig in allen meinen Worten und Werken, auf daß ich nicht in Irr= thum und Sünde falle und deine Gnade nicht verliere!

Laß mich diesen und die übrigen Tage meines Lebens in Friede und Ruhe zubringen. Gib mich nicht in den Willen derer, die mir lebels gön­nen: laß mich) nicht zu Schanden werden, denn ich traue auf dich. Schlecht und Recht, das behüte mich, denn ich harre dein. Gott erlöse uns aus aller unfrer Noth!. Amen.

Abendgebet am Mittwoch.

Ich freue mich in dem Herrn, und meine Seele ist fröhlich in meinem

Gott, welcher an dem heutigen Tag seine Hand über mir gehalten, und mich väterlich geführet hat. D du Gott alles Trostes, wie reichlich tröftest du! D Bater der Barmherzigkeit! Keine Stunde gehet vorüber, darin­nen ich nicht deine Wohlthaten genieße, welche mein Mund nicht alle er zählen, ja, mein Berstand nicht alle erkennen kann. Wie theuer ist deine Güte, die du auch im Berborgenen erzeigest denen, die dich fürchten! Ach, wie unzählig vielen Leibes- und Seelengefährlichkeiten ist ein Mensch ohne fein Wissen unterworfen! Wie vielfältiges Unglück wäre mir begegnet, wenn du mich nicht geschüßet hättest! Daß ich) nun noch lebe und heute vielem Elend entgangen bin, viel Gutes aber empfangen habe, das bab ich, o gütiger Bater! bloß deiner über mich waltenden Borsebung zuzus schreiben. Du hast mich noch in keiner Noth verlassen: desto getrofter will ich auch in's künftige auf dich hoffen, aller ängstlichen Sorgen mich ent­schlagen, und Alles, was mich beunruhiget, deiner Güte und dem Rath deis ner Weisheit anheim stellen. Du hast mich je und je geliebet; so laß mich nun auch in dieser Nacht unter dem Schuß deiner Liebe, wie ein Kind in dem Schooß seiner Mutter, schlafen, und morgen sammt den Meinigen ge= fund und fröhlich zu deinem Dienst wieder erwachen. Sey mir gnädig, Gott, sen mir gnädig! Denn auf dich trauet meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht. Ich lasse dich nicht, du segneft mich denn! Amen.

Morgengebet am Donnerstage.

elobet feyft du, mein Gott, daß du mich auch in der vergangenen Nacht väterlich behütet bast! Jah lebe noch und empfinde deine Güte. Dank sey