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Gesangbuch für die protestantische Kirche des Königreichs Bayern
Entstehung
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Morgen und Abendgebete auf alle Wochentage. 299 Herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Wache auch in dieser Nacht, voll Gnade, über mich und alle meine Angehörige!

Behüte uns, wie einen Augapfel im Auge, beschirme uns unter dem Schatten deiner Flügel. Was du mir gegebßen hast, das erhalte durch deine starke Hand, und bewahre uns vor Feuer, vor Diebstahl vor Kriegsgefahr, vor unruhigem Wachen, vor Schrecken und allem Uebel. Unter deinem Schirs me rube ich sicher, auch wenn ich schlafe, und meine Seele ist stille zu dir, der mir hilft; denn du bist mein Hort, meine Hülfe, mein Schuß, daß mich kein Fall stürzen wird, wie groß er ist! Amen.

Morgengebet am Diensttage.

Herzlich lieb hab' ich dich, Herr, meine Stärke, Herr, mein Fels, meine

Burg, mein Erretter, mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils, und mein Schuß! Durch deine Gnade hab' ich diesen Tag erlebet, und danke dafür deiner unendlichen Barmherzigkeit. Durch dich, Allgütiger, bin ich, was ich bin! Du bist freundlich dem, der auf dich harret, und der Seele, die nach dir fraget. Darum will ich auch ferner deinen Namen anrufen. Erhöre meine Stimme, verbirg deine Ohren nicht vor meinem Seufzen und Schreien. Nahe dich zu mir, und sprich zu meiner Seele: fürchte dich nicht, ich bin deine Hülfe!

Stärke meinen schwachen Glauben, laß den glimmenden Docht nicht verlöschen, und das zerstoßene Rohr nicht gar zerbrochen werden. Gib, daß ich deine ewige Baterliebe recht erkenne, aber auch hinwiederum dich kind­lich liebe, und um deinetwillen meinen Nächsten liebe, als mich selbst, daß ich mich der Elenden erbarme, meinen Beleidigern vergebe, und dem Frie den gegen Jedermann und der Heiligung nachiage, ohne welche Niemand dein Angesicht sehen wird. Bertreibe aus meinem Herzen alle unreine Ge­danken und böse Lüfte, und regiere mich so durch deinen heiligen Geist, daß ich stets an deine Alwissenheit und Allgegenwart gedenke, Niemand Un­recht thue, sondern ein unverlegtes Gewissen allenthalben vor dir und den Menschen behalte. Beschirme mich auch vor Hoffart, und laß mich wohl bedenken, daß stolzer Muth vor dem Fall gehe. Darum will ich mich unter deine gewaltige Hand demüthigen, und mich allein auf deine Gnade ver­laffen. Ach verbirg dein Antlik nicht vor mir; wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erden. Erhalte, ernähre, versorge mich) und die Meinigen, bewahre uns vor allem Uebel. Gedenke meiner, mein Gott im Besten. Ja, gedenke an uns Alle, und nimm dich unser an! Amen.

Abendgebet am Diensttage.

Herr, du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du haft

alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen haben sie das Wesen, und find geschaffen. Deine Macht und Güte hat auch mir das Leben bis auf Leben und diese Stunde gefristet und mich mit deinen Gütern gelabet. Wohlthat hast du an mir gethan, und dein Aufsehen hat auch an diesen Tag meinen Odem bewahret. Darum danke ich dir von ganzem Herzen, und ehre deinen Namen ewiglich, denn deine Güte ist groß über mich!

Desto mehr aber schmerzet mich die Menge meiner Uebertretungen, womit ich dich, meinen Gott und Bater, heute und die ganze Zeit meines Lebens vielfältig beleidiget habe. So dit willst, Herr, Sünde zurechnen, wer wird bestehen? Ach! gedenke nicht meiner Uebertretung, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, die du uns in Jesu Christo verheißen haft. Erquicke meine matten Glieder durch einen sanften Schlaf, damit ich morgen gefund wieder aufstehe, und noch ferner tüchtig sey, dir in meinem, Leben zu dienen. So oft ich erwache, so sey dieß mein erster Gedanke, daß ich), was ich bin, durch dich bin, und ohne dich nichts vermag. Deine Güte ist ia besser, denn Leben, und ob ich in Finsterniß liege, so grauet mir doch nicht: denn du bist mein Schuß und mein gnädiger Gott. Auf dich allein verlasse ich mich, und dieses Vertrauen läßt mich nicht zu Schanden wera den! Amen.