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Leidensgeschichte Jesu.
aber nicht hat, der verkaufe sein kleid, und kaufe ein schwert. Denn ich sage euch, es muß doch alles vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die übelthäter gerechnet; denn was von mir geschrieben ist, das hat ein ende. Sie sprachen aber: Herr, hier sind zwei schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug.
Das zweite Hauptstück.
Von dem Leiden Jesu am Delberge, und seiner Gefangennehmung.
und nd da sie den lobgefang gesprochen hatten, ging Jesus hinaus,
nach seiner gewohnheit über den bach Kidron an den ölberg. Es folgten ihm aber seine jünger nach. Da sprach er zu ihnen: In dieser nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir; denn es stehet geschrieben: Ich will den hirten schlagen, und die schaafe der heerde werden sich zerstreuen: wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen in Galiläa. Petrus aber antwortete und sprach zn ihm: Wenn sie sich auch alle an dir ärgerten, so will ich mich doch nimmermehr an dir ärgern. Jesus spricht zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute in dieser nacht, ehe denn der hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja wenn ich auch mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht verleugnen. Deffelbigen gleichen sagten auch alle jünger.
Da kam Jesus mit ihnen zu einem hofe, der hieß Gethsemane; da war ein garten; darein ging Jesus und seine jünger. Judas aber, der ihn verrieth, wußte den ort auch; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen jüngern. Da sprach Jesus zu ihnen: Sepet euch hier, bis ich dort hingehe und bete.
Und er nahm zu sich Petrum und Jacobum und Johannem, die zween söhne Zebedäi, und sing an zu trauern, und zu zittern, und zu zagen, und sprach zu ihnen: Meine seele ist betrübt bis in den tod: bleibet hier, und wachet mit mir, betet, auf daß ihr nicht in anfechtung fallet.
Und er riß sich von ihnen, bei einem steinwurf, und knieete nieder, fiel auf sein angesicht auf die erde, und betete, daß, so es möglich wäre, die stunde vorüber ginge und sprach: Abba, mein vater, es ist dir alles möglich, überhebe mich dieses kelches, doch nicht wie ich will, sondern wie du willst. Und er fam zu seinen jüngern, und fand fie schlafend, und sprach zu Petro: Simon, schläfst du? Vermagst du nicht eine stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in anfechtung fallet; der geist ist willig, aber das fleisch ist schwach.
Zum andern male ging er aber hin, betete und sprach: Mein va ter, ists nicht möglich, daß dieser kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn; so geschehe dein wille. Und er kam und fand sie abermals schlafend, und ihre augen waren voll schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie, ging aber hin und betete zum dritten male dieselbigen worte, und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein wille geschehe.
Es erschien ihm aber ein engel vom himmel, und stärkte ihn. Und es kam, daß er mit dem tode rang, und betete heftiger. Es war aber sein schweiß wie blutstropfen, die sielen auf die erde.


