Druckschrift 
Neues Braunschweigisches Gesangbuch : nebst einem kurzen Gebetbuche zum öffentlichen und häuslichen Gottesdienste : mit Herzogl. Braunschw. Lüneb. gnädigstem Special-Privilegio ; [nebst] Episteln und Evangelia auf die Sonn- und Festtage [...]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Leidensgeschichte Jesu.

daß derselbige mensch nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ichs, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagest es.

Es war aber einer unter seinen jüngern, der zu tische saß, an der brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte, den winkte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte; denn derselbe Tag an der brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr, wer ists? Jesus antwortete: Der ists, dem ich den biffen eintauche und gebe. Und er tauchte den bissen ein, und gab ihn Judas Simonis Ischarioth. Und nach dem bissen fuhr der satan in ihn.

Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald. bige aber wußte niemand über tische, wozu ers ihm sagte. meinten, weil Judas den beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns noth ist aufs fest: oder daß er den armen etwas gebe. Da er nun den biffen genommen hatte, ging er alsobald hinaus. Und es war nacht. Da aber Judas hinausgegangen war, erhub sich ein zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den größten gehalten werden? Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen könige herrschen, und die ge­waltigen nennt man gnädige herren; ihr aber nicht also, sondern der größeste unter euch soll seyn wie der jüngste, und der vornehmste wie ein diener. Denn welcher ist der größeste? der zu tische sizet, oder der da dienet? Ists nicht also, daß der zu tische sizet? Sch bin aber mit­ten unter euch wie ein diener, ihr aber seyds, die ihr beharret habt bei mir in meinen anfechtungen; und ich will euch das reich bescheiden, wie mirs mein vater beschieden hat, daß ihr effen und trinken sollt über meinem tisch, in meinem reich; und sizen auf den stühlen und rich­ten über die zwölf geschlechte Israel.

Da sprach Jesus: Nun ist des menschen sohn verkläret, und Gott ist verkläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm; so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst, und wird ihn bald verklären.

52

Daffel­Etliche

Lieben kindelein, ich bin noch eine kleine weile bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den juden sagte: Wo ich hin gehe, da könnt ihr nicht hinkommen, und sage euch nun: Ein neu gebot gebe ich euch: daß ihr euch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe; auf daß ihr euch einander lieb habet. Dabei wird je­dermann erkennen, daß ihr meine jünger seyd, so ihr liebe unter ein­ander habt.

Da sprach Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Je­sus antwortete ihm: Da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht fol gen. Petrus sprach zu ihm: Herr, warum kann ich dir diesmal nicht folgen? Jch will mein leben bei dir laffen. Jesus antwortete? Soll­test du dein leben bei mir lassen? Simon, Simon, siehe, der satanas hat euer begehret, daß er euch möchte sichten, wie den weizen; ich aber habe für euch gebeten, daß dein glaube nicht aufhöre. Und wenn du dich dermaleinst bekehrest, so stärke deine brüder. Er sprach aber zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins gefängniß und in den tod zu gehen. Er sprach aber: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, Petre, der hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, daß du mich kennest.

Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gefandt habe ohne beutel, ohne tasche und ohne schuh, habt ihr auch je mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen

auch die tasche; wer