Druckschrift 
Neues Braunschweigisches Gesangbuch : nebst einem kurzen Gebetbuche zum öffentlichen und häuslichen Gottesdienste : mit Herzogl. Braunschw. Lüneb. gnädigstem Special-Privilegio ; [nebst] Episteln und Evangelia auf die Sonn- und Festtage [...]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

16

Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere.

niß in mir her. Lebt seine lieb in meiner seele, So treibt sie mich zu jeder pflicht, und ob ich schon aus schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die sünde nicht.

6. O gott! laß deine güt und liebe mir immerdar vor augen seyn! Sie stark in mir die guten triebe, Mein ganzes leben dir zu weihn, Sie tröste mich zur zeit der schmerzen, Ste leite mich zur zeit des glücks, Und sie besieg in meinem Herzen Die furcht des letz­ten augenblicks.

Langmuth und Geduld Gottes.

Mel. An Wasserflüssen Babylon.

29. Getreuer gott! wie viel geduld Erzeigest du uns armen! Wir häufen täglich unsre schuld; Du häufest dein er barmen. Was ist des menschen le­benslauf? Er ist verderbt von jugend auf, Sein sinn ist dir ent­gegen, Und doch, o vater, suchst du ihn Von seinen fünden abzu­ziehn, Zur reue zu bewegen.

2. Der menschen elend jammert dich; Selbst, wenn sie sich ver­stocken, Willst du sie dennoch vä­terlich Durch güte zu dir locken. Wie lange sahst und riefest du Nicht ehmals deinem volke zu, Daß sich ihr herz bekehrte! Wie trugst du nicht so lange zeit Die erste welt mit gütigkeit, Eh sie die fluth verheerte!

sicher, matt und träge, Sie straucheln, sie vergehen sich, Sie fallen oft, verlassen dich und deine heilgen wege.

5. Verdienen die nicht fluch und tod, Die dich, o vater, fliehen? Mit wie viel recht könntst du nicht, gott, Dich ihnen ganz ent­ziehen? Doch nein, das kann dein herze nicht, Dein herz, das aus erbarmen bricht, Wenn deine finder fehlen; Es hat geduld, es denkt daran, Wie leicht der mensch sich irren kann, Und wacht für ihre seelen.

6. Du warneft sie vor der ge= fahr, So oft fie irre gehen, Reichst ihnen hand und stärke dar, Von sünden aufzustehen. Du trä-. gest sie mit vaterhuld, Bist willig, ihre fündenschuld Durch Christum zu vergeben, Schenfft ihnen glau­ben, geist und kraft, Und nach vollbrachter pilgrimschaft Sieg, ruhe, freud und leben.

7. Laß diese langmuth und ge­duld, Gott, unsre herzen rühren! Nie müsse deine vaterhuld Zur ficherheit uns führen! Trag uns erbarmend fernerhin; Doch gieb uns auch dabei den finn, Daß wir die sünde hassen, Und uns noch in der gnadenzeit Den reich­thum deiner gütigkeit Zur buße leiten laffen.

Wahrheit und Treue Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott.

3.

Co giebst du fündern zeit

und raum Der strafe zu entge: 30. Nowort gebrochen, Nie Noch

hen. Du läßt den unfruchtbaren baum Nicht ohne pflege stehen, Du wartest sein, du suchest frucht, Und wenn du gleich umsonst ge­fucht, Hörst du nicht auf zu bauen. Du schonest sein von jahr zu jahr, Dein vaterherz hofft immerdar, Noch frucht von ihm zu schauen.

deinen bund, o gott, verletzt! Du hältst getreu, was du verspro­chen, Vollführst, was du dir vor­gesetzt. Wenn erd und himmel auch vergehn, Bleibt ewig doch dein wort bestehn.

2. Du bist kein mensch, daß dich gereue, Was uns dein mund ver­heißen hat, Nach deiner macht, nach deiner treue, Bringst du, was du versprichst, zur that. Scheint die erfüllung gleich noch weit So kömmt sie doch zu rechter zeit.

4. Gerechter gott! so große huld Bezeigst du frechen fündern, und wie viel nachsicht und geduld Haft du mit deinen kindern! Sie wer den ja, wenn fleisch und welt Hier ihnen häufig neße stellt, Oft