Druckschrift 
Neues Braunschweigisches Gesangbuch : nebst einem kurzen Gebetbuche zum öffentlichen und häuslichen Gottesdienste : mit Herzogl. Braunschw. Lüneb. gnädigstem Special-Privilegio ; [nebst] Episteln und Evangelia auf die Sonn- und Festtage [...]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere.

wenn sie im stillen vor dich tre- gegenwärtig stehen. Dir stellt sich ten; Noch eh ihr mund dir ihren alles deutlich dar, Das, was erst kummer sagt, Vernimmst du schon, noch soll werden, Und was nun was dir ihr seufzen klagt. ist, and was einst war, Im him­6. Vor menschen bleibt hier mel und auf erden. Wer sollte manche that verborgen; Dir aber dich nicht fürchten? ist die nacht ein heller morgen; Und was hier noch in finsterniß geschieht, Entdeckt einst dein ge­richt, dem nichts entflieht.

7. Wohl dem, der hier vor dei­nem antlih wandelt, Und der vor dir und menschen redlich handelt; Der steht alsdann als dein be­währter freund Getrost vor dir, wenn nun dein tag erscheint.

8. O prüfe selbst die innersten. gedanken, Cb sie vielleicht von deiner richtschnur wanken. Bin ich, o gott, noch auf verkehrtent steg, So führe du mich auf der wahrheit weg.

8

Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan.

13. Allwissender, vollkommner geist, Deß auge alles fiehet, was nacht und abgrund in

schleußt, sich nichts entziehet! Es kann vor deinem hellen licht Sich kein geschöpf ver­stecken. Was in der finsterniß ge­schicht, Das weißt du aufzudecken Und an den tag zu bringen. 2.

Selbst die gedanken kennest du, Eh sie in mir entstehen, Und was ich wünsche, rede, thu, Das kann dein auge sehen. Vor dir ist alles offenbar; Du prüfest herz und nieren, Und alle gründe siehst du klar, Die unser thun regieren; Nichts bleibt vor dir verborgen.

3. Was deiner freunde herz be­gehrt, Das weißt du, eh sie be­ten; Ihr seufzen wird von dir erhört, Eh sie noch vor dich tre­ten. Was deiner feinde rath be­schließt, Das ist dir unverborgen; Dir, der du ihren anschlag siehst, Als wie den lichten morgen, Den keine schatten decken.

4. Was nach verfließung vieler zeit Noch künftig wird geschehen, Das sieht dein auge allbereit Als

5. Bleibt gleich vor menschen manches noch In dieser welt ver­schwiegen, So wird dein auge künftig doch Die finsternig befie­gen. Dein unpartheiisches gericht Wird alles einst entdecken, Was im verborgnen jetzt geschicht; Und schande, furcht und schrecken Wird dann die heuchler treffen.

6. Laß mich, o höchste majestät! Dein helles auge scheuen, Das nie ein heuchler hintergeht mit fal schen schmeicheleien. Durchdringe träftig feel und geist Mit deinen heilgen blicken. Laß, was gehei­me schande heißt, Sammt allen. bösen tücken, Mich stets sorgfältig meiden.

Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.

14.11msonst, umsonst verhüllſt

du dich, mein in finsternisse; Was kann ich gott verbergen? ich? Das er nicht alles wisse? Sey, kannst du, dunkler als das grab, Das auge gottes schaut hinab, Und kennet deine tiefen.

2. Wo ist die nacht der einsam­keit, Die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon, eh ihr noch seyd, Gedanken meiner feele! Ch ich euch selbst empfinden kann, Von eurer ersten bildung an, Bis ihr euch ganz entfaltet.

3. Er tennet und erforschet euch, Wenn ihr euch schnell entziehet, Bemerkt euch, wenn ihr, strahlen gleich, Schnell auffahrt, schnell entfliehet; Vergebens wünsch ich: sterbt! vergeht! Ich haß euch! aufgezeichnet steht Ihr all' in seinem buche.

4. Der Herr gedenket ihrer noch; Jahrhunderte verschwin­den, Sie bleiben und ich träu­me doch, Als wärens keine fün­