Druckschrift 
Der nach dem Sinne der katholischen Kirche singende Christ
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1

Ebenso wurden einige Melodicen, welche ohnehin bei ihrer Schwerfälligkeit leicht entbehrlich sind, mit andern, dem Charakter des Liedes mehr angemessenen vertauscht, und überhaupt dieselben an mehren Stel­len, die schwer zu singen waren, vereinfacht und er­leichtert, ohne den cantus firmus merklich zu ändern. Hierdurch, wie auch durch das nähere Zusammen­rücken der Drucksäge, ward so viel Raum gewonnen, daß die oben gewünschten neuen Gesänge, mit Ge­nehmigung des Bischöflichen General- Vicariats, in einem Anhang durften aufgenommen werden.

Bei Verfassung dieser neuen geistlichen Lieder hat man immer die Aufschrift des Gesangbuches, nämlich den Sinit der heiligen katholischen Kirche vor Augen gehalten, worauf die lateinisch überschriebenen Hymnen der alten Kirchenväter hindeuten. Desgleichen wur­den dieselben nur den bereits im Gesangbuch stehen­den, oder andern in der Fuldaischen Diöcese allge­mein üblichen Melodieen angepasſet.

Was endlich den Inhalt der Kirchengesänge im Ganzen und deren erbaulichen Gebrauch beim Gottes­dienste von Seiten des Christenvolkes, besonders aber der Vorsänger und Organisten betrifft, welche sich nach der, dem Choral- Melodieenbuche vorgedruckten Anleitung, und dem Circulare des B. Gen.- Vicar. vom 17. Nov. 1818 gewissenhaft richten sollen: so schließt sich dieser Vorbericht mit einer merkwürdigen Belehrung des Hl. Bernardus. In einem Schreiben ( Ep. 398) an den Abt Guido und dessen Ordens­brüder, welche ihn um einige Lesungen und Gesänge hr die Feierlichkeit des heil. Viktor ersucht hatten, antwortete er:

Was in der Kirche dem Volke vorgebetet oder vorgesungen wird, soll kein Kram von Neuig- oder