Eitelkeiten sein, sondern das Gepräge des Glaubwürdigen, des Unverfälschten und( christlichen) Alterthums haben; soll die Gemeinde erbauen, und dem Ernste einer gottverehrenden Versammlun entsprechen. Will man jedoch etwas Neues hören, und fordert das die Vernunft: so wähle man- was sowohl die Kraft des Ausdruckes, als den Ruf des Verfassers angenehmer, eindringender und nüßlicher macht. Bei allem dem aber muß doch überall Wahrheit zum Grunde liegen und Heiligung der höchste Zweck sein. Alles, was in den Kirchen ertönt, soll Demuth lehren, Liebe empfehlen, den Verstand aufhellen, die Andacht nähren, die Laste Frontzigen, die Sinnlichkeit in Zucht halten( Geist über das Irdische heben). Der Gesang sei so ernst und mild, daß er sich von den Regungen der Wollust, wie von den Ausbrüchen der Rohheit gleich rein und fern hält; er sei lieblich, ohne leichtfertig zu machen, und reizend für das Ohr, ohne die tiefere Regung des Herzens zu verfehlen. Er verscheuche den Trübsinn und sänftige den Zorn. Er drücke den Sinn des Buchstaben aus, und laffe den Geist nicht leer ausgehen. Wer beim Singen die Stimmung des Herzens zum Göttlichen verliert, hat viel verloren. Und wenn die Töne mehr darauf aus gehen, sich mit dem Zauber der Melodie in das Herz zu schleichen, als die Wahrheit, welche sie bezeich nen solen, in den Geist zu senken: so ist das ein Beweis, daß der Gesang zweckwidrig und das Buhören schädlich( wenigstens gefährlich sei."
A. 8. G. E. G.


