Besondere Zeiten und Verhältnisse.
Weihrauch, Farrn und Widder sind mein Gebet und Lieder.
6. Die wirst Du nicht verschmähen; Du kannst in's Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Beffres habe.
7. So wollst Du nun vollenden Dein Wert an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage.
8. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen; den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum besten wende.
9. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei Deine Hütte. Dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise.
Paul Gerhardt, 1607-1676.
Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht.
145. Sinunter ist der Sonne Schein, die finstre Nacht bricht stark herein: leucht uns, Herr Christ, Du wahres Licht, laß uns im Finstern wandeln nicht.
2. Dir sei Dant, daß Du uns den Tag vor Noth, Gefahr und mancher Plag durch Deine Engel haft behüt't aus Gnad und väterlicher Güt.
3. Womit wir heut erzürnet Dich, das, Herr, verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu, laß schlafen uns in Fried und Ruh.
4. Der Engel Wach um uns bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnoth behüte uns, o lieber Gott!
Nicolaus Hermann. † 1561.
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Eigene Melodie.
146. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder; es schläft die ganze Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was euerm Schöpfer wohlgefällt.
2. Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint.
3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmelsfaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jam= merthal.
4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich
aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit.
5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden- Arbeit frei.
6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Ruhe ihr begehrt. Es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd.
7. Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu Deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, Du Aug und Wächter Israel.


