Vorrede.
Undere hatten auch nicht Unrecht, daß manche Zeitz Umstände, in welchen jene Lieder entsproffen sind, z. B. die Drangfale der Reformation und des dreissigjährigen Krieges, auch viele Sectirereyen und Wortstreitigkeiten in der Reliz gion, Gottlob vorübergegangen und uns nicht mehr gegens wärtig sind; daß es also höchst unschicklich sey im Namen solcher Personen zu singen, die vor hundert oder zweyhun dert Jahren lebten, und jetzt im Himmel andere Gefänge anstimmen, als sie damals hienieden anstimmen mußten. Man hat nicht Unrecht zu sagen, daß dieser Reichthum alter Lieder uns ja nicht die neueren rauben dürfe, die unsern Bedürfnissen, unsrer Sprache und Denkart näher sind, und wohl auch von so aufrichtigen Herzen gesungen wurden; als jene. Man stellte vor, daß mitten im Vorrath alter Gesänge es uns oft wirklich an Liedern fehle, die unsern Beitumständen, oder einzelnen Materien, insonderheit praktischen Lehren, dergestalt angemessen seyn, wie jene alte Lieder ihren Zeiten waren; und daß mancher Lehrer sich in Verlegenheit befinde, wenn er auffer dem Liede: Gott du frommer Gott und ein paar andern Gesängen pie Andacht seiner Gemeine auch in Liedern auf einzelne Pflichten und Lebensumstände zu richten wünschet. Es en ja, fagten sie, unverantwortlich, den Schaß nicht ges rauchen zu wollen, der vor uns liegt, und den uns auch Bott gegeben.
IV
Den Wünschen Beider wird durch die Veranstaltung ieses Gesangbuchs friedlich abgeholfen. Aus dem alten
Gefange


