Druckschrift 
Unterhaltungen mit Gott in den Morgenstunden auf jeden Tag des Jahres. 2
Entstehung
Einzelbild herunterladen

38

Der 15te Julius.

für mich als ihren Wohlthäter beteten. Kann ich wohl sagen: Gott! erfüll es, was meine Armen mir wünschen? Und stürbe ich diese Nacht: wie viele würden morgen früh darüber weinen?

Der 15te Julius.

Nach dir, Gott, schauen aller Wesen Blicke,

Daß deine Hand sie väterlich erquicke; Du giebst auch einem jeden seine Speise, Daß er dich preise.

Gott ott hat mich heute liebreich ernährt, und nächs stens wird auch für mich das Feld mit Garben bedeckt: Dank sen ihm von Herzen. Der unermüs dete Geber! Jetzt, da ich mich gesättigt niederlege, stehen in Amerika Millionen Kostgånger des grossen Hausvaters auf, und verlangen in verschiednen Sprachen, daß ihre leeren Hände gefüllet werden. Aber auch um meine Wohnung her hat der Allges nugsame noch viele Tischgånger, welche in Wals dern, Wiesen, in und über der Erde die Nacht hindurch ihre Sättigung fodern. Vieles Wild, manche Gattungen von Raupen, Eulen und andre Nachtesser machen sich jezt auf. Jede Pflanze fos dert Nahrung, jeder Baum Bewegung. Und uns alle nähret und erquicket der liebreiche Gott einen nach dem andern. So leget eine Mutter eins ihrer Zwillinge mitleidig zu Bette, und dann das andre eben so zärtlich an die Brust.

Ulle