Der 14te Julius.
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Ewigkeit einen Einfluß auf dich und ihn haben! Verschaff dem Arbeit, der müßig gehen muß! Thu das.: so wirst du dich auch ausser Hause deiner Hände Arbeit erfreuen; mit Vergnügen deine aus: gestreuete Saaten auffeimen und wachsen sehen; und fast täglich wirst du eine neue Ernte haben. Fürbitten bei Gott, freudiger Dank, sorgenfreie Mienen werden dir entgegen eilen: und welche Bes lohnung ist das!
Schändlicher Gedanke: mir schmecket nichts als was ich selbst genieffe! Thor! wie wenig kannst du doch selbst geniessen, und wie wenig fennest du die wahre Wollust! Brich dein Brod, theil deine Schüsseln und Flaschen mit einem Nochleidenden: so wirst du nicht allein deinen Antheil mit mehrerm Appetit verzehren; sondern auch die andre Hälfte in den vergnügten und dankbaren Blicken deines Koftgångers geniessen. Das sind königliche Mahle zeiten, wenn abgehungerte Familien unser Brod mit Freudenthránen beneßen; wir geniessen sie noch auf Krankenbetten, und bereiten felbst unfern Kins dern oder Erben dadurch ein Gelach. Das heißt: sein Brod übers Wasser fahren, und seines Lebens vielfach geniessen. Wer durch uns lebt, in dem leben wir mit.
Lebendiger Gott! bin ich dir, nach meinem Bermögen, schon ähnlich genug? lebe ich blos in diesem Zimmer? Empfinde ich deine Wohltha: ten nicht anders, als wenn sie auf mein Haupt berabstrdmen? Wen habe ich gesättiget, errettet, getröstet, erbauet? Ich bete jetzt: aber auch mein Gebet würde vervielfältiget seyn, wenn viele jetzt € 3 für


