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Unterhaltungen mit Gott in den Morgenstunden auf jeden Tag des Jahres. 2
Entstehung
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Der 11te Julius.

meine Eltern, diese meine größten Wohlthäter, wurden durch einen unwiderstehlichen Trieb dazu gedrungen, und waren auch nicht ganz uneigennüßig dabei; denn was thut der eigennüzige Mensch wol umsonst: Sie erwarteten vielmehr für ihre Erzies hung, Ruhm, Freude und Unterstützung im Als Alle übrige Geber waren noch eigennüßiger ,. und suchten mich meistens in ihre Bergwerke zu dringen. Wie viele verwandelten uns nicht gern in ihre Negersllaven!

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Menschen können nun mittheilen, was ihnen Gott in die Hand gab. Und wie ungeschift sind sie nicht bei ihrer Austheilung! Bald fehlt es ihnen an Einsichten: sie wollen Zucker geben und es ist Gift; sie wollen Vergnügen und bereiten langes Wehe. Bald sind ihre Absichten so klein, daß, wenn wir sie völlig wüßten, wir lieber hungern als ihr Brod essen würden. Ihr Eigennuß ist meistens so groß, daß die Welt untergehen müßte, wenn von ihnen Regen und Sonnenschein abhienge. Sie verpachteten gerne die luft, thäten den Schlag der Nachtigall auf Erbzins aus, und verlangten gewiß für jede Rose, die sie wachsen liessen, einen prächtigen Lobgefang. Woher so viele Furchen in Gesicht und Händen? wober so zeitig graue Haare und schlaflose Nächte? für wen Schweißfluten, Strome von Blut, Narben und verstümmelte Glieder? So viel verlanget Gott nicht: aber im Dienste der Menschen sind diß gewöhnlicher Sold. Nicht selten wünschen sie, daß wir ihres Bortheils wegen dumm und viehisch wären.

Sind