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Unterhaltungen mit Gott in den Morgenstunden auf jeden Tag des Jahres. 2
Entstehung
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Der 11te Julius.

befondre aber mein Herz, das nichts empfinden nichts begehren wird, als was der hellste Verstand gut heisset und was wahrhaftig glücklich macht: ohne Reue, ohne Kummer, Feinde und Rückfall; ganz Weisheit, Unschuld und Güte­wie selig werde ich seyn, o Gott!

M

Der 11te Julius.

Ad! alles, Herr! hab ich von dir;

Den Leib, die Seele gabst du mir Und diß mein erstes Leben.

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Und in alle Ewigkeit selig! ohne Abnahme, ohne Zwischenzufälle, ohne jemals zu befürchtendes Ende! und das alles um einiger wenigen vernünfs tigen Handlungen und Gedanken willen, welche schon hier meine Jahre versüßten! Aber schmeichle ich mir etwa zu viel, und verlieret fich meine Eins bildungskraft in Träume? Nein! ich sage viel zu wenig. Unaussprechlich sind meine künftige Freus den, und sie sind gewiß. Gott, Himmel, Offens barung, Vernunft, die Natur der Tugend und des lasters sind Bürge dafür. Es ist Hochverrath, an Gottes Verheissung zu zweifeln. Und wieviel Nächte noch, so bin ich da.

C.s s sen, daß ich viel Gutes von Menschen ems pfangen habe, so ist es doch immer eine Kleis nigkeit gegen das, was Gott mir gab. Selbst

meine