Der 9te Julius.
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Krieg! Nur Langeweile, Freibeuteret und Ehrfucht finden ihn schön: Unschuld und Tugend verbergen weinend vor ihm ihr Untlih. Bielleicht Baben beide Parteien,( wie fast in allen Kriegen) recht und unrecht. Der Krieg ist eine Züchtigung und Strafe von Gott, aber eben deswegen muß er fein Gutes haben; und wirklich fallen Gottes Wohlthaten durch Kriege leicht in die Augen. Freilich wenn Menschenblut, Häuser, Wald und Inventarien die wichtigen Dinge find, welche allein das Glück oder Unglück der Menschheit bestimmen: so find sie abscheulich. Legen wir aber Religion, Einsichten, Erfindungen und Entwickelungen menschlicher Schicksale mie auf die Wage: so nets get sich das Zünglein auf die andre Seite. Zus gegeben, daß es allen, die einen unnöthigen Krieg anfangen, besser wäre, daß ihnen ein Mühlstein an ihren Hals gehänget würde, und sie in dem Meer von Thrdnen und Blut, das sie vergiess fen, erfäufer würden. Zugegeben, daß der Krieg etne Strafe von oben, und ein Verderben vieler Tugenden und Menschen sey: und dennoch ist er gut, weil Gott ihn zuließ.
Wie? wenn niemals Krieg ware?- Wahrs haftig, die Welt wäre nicht so flug und wohlhas bend, als sie jetzt ist. Der Krieg ist einem beftis gen Fieber gleich, welches die Stockungen im Kors per zertheilt, und tödtliche Säfte hinausschaft. Ee feßt Nationen in Bewegung, und beur alle mensche liche Kräfte auf. Ein bekriegtes Volk lernet von feinen Feinden; wird behutsamer, mäßiger, und tapfrer. Selbst die bummen Kreuzzüge vor sieben 34 bis


