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Unterhaltungen mit Gott in den Morgenstunden auf jeden Tag des Jahres. 2
Entstehung
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Der 9te Julius.

bis achthundert Jahren, flårten den Verstand ets nes Volks im Umgange mit dem andern auf. Ein Krieg zu Anfang dieses Jahrhunderts zwang die deutsche Soldaten, daß sie in Italien Kartoffeln fennen lernten und assen: und jetzt nährer sich halb Deutschland davon. Wenn in düstre fatholische Sånder fein nachdenkliches Buch, fein Stral vers nünftiger Religion mehr eindringen fonnte: fo mußten protestantische Gefangne hingeführet wers den, welche hin und wieder ihre Brüder zum Nachdenken brachten. Zu geschweige: was der Krieg für Ausübung beldenmüthiger Tugenden, für edle Gesinnungen und für glückliche Freund: schaft und Ehebündnisse gebiert. Nach Jahre Hunderten fiehet man oft erst die glückliche Folgen der Kriege ein, bei denen freilich Güter und leben, aber wenn man Gott fürchtet, nicht der Himmel zu verlieren ist. Kriege sind dem Nil in Egypten gleich, der anfangs alles wild überströmt, ends lich aber das Land befruchtet.

Gütigfter Vater! unendlich gütiger, als es sich Menschen gedenken können; nur du allein Lannst strafen um wohlzuthun. Vergieb es uns, wenn wir zu empfindlich sind, und unter jedem liebreichen Druck über Gewalt schreien. Ist auch ein Uebel, das du, Herr! nicht zum Besten lenkst? Steiget in dieser Nacht ein Gewitter auf, oder wecker mich eine Krankheit: den Frommen muß alles zum Besten dienen. Wie sicher und in Fries Den läßt es sich nicht unter deiner Hand schlafen!

Der