Der 8te Julius.
in der Hölle aber schaudert man vor dir, dena Richter. Der du unser Gott bist, was zagen wir! Menschen sind morgen nicht mehr: du aber bleibest derselbe im Simmel. Geheiliget werde dein Name! Klein werde uns die Welt und groß allein feyst du! Engel! betet ihn an, bis auch wir mit einstimmen. Jedoch auch hier schon zukomme dein Reich, und werde uns täglich bes kannter. Jede Jahrszeit, jedes Geschöpf und Schiffal, noch deutlicher aber die Bibel soll uns dich näher kennen lehren. Werd uns immer gröss ser im Reiche der Natur und Gnade! Dein Wille geschehe! Gute Rührungen nicht nur: Thaten erwartest du von uns. Alles, auch der Wurm den ich zertrat, sollte deine Absicht erfüllen: ers füllte ich sie? Regiere ferner nach deinem Plan wie im Zimmel, wohin keine lästerzunge reicht, also auch auf Erden. Nicht erst am Rande des Grabes, sondern schon jetzt sey dein Wille der unfrige!
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Und nunt, Vater! sinfet unser Gebet auf die Erde. Von deinen erhabnen Eigenschaften koma men wir auf die unsrigen und fodern- Brod. Unser nothdürftiges und durch Gebet und Arbeit rechtmäßiges Auskommen schenk und segne uns! Täglich droher uns Mangel; selbst unsre Monars chen bitten um Gesundheit und Brod. Ob aber das Schaaf oder der Seidenwurm uns fleiden soll, das bestimme du! Uuch unsern Freunden, Wohls thätern, lehrern und Obrigkeiten gib so, daß sie uns wieder geben können; vergottern aber wollen wir sie dafür nicht: denn du nur giebst uns allen! Ich


