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2 ben s.
Du, u, der allen Wesen ihre Tage,
Schmerz und Freuden, weislich zugezählt; Du, der für den Wurm das Loos im Staube, Für den Engel Himmelslicht gewählt- Weltenlenker, groffer Herr der Zeiten, Auch mein Schicksal steht in deiner Hand; Doch hienieden, wo der Irrthum wohnet, Bleibt dein Rath uns Schwachen unbekannt. Fern vom lichte, wo der Weisheit Schimmer Sich verliert im dunklen Erdenschacht, Wie der Abendstern, die kleine Lampe, In dem weiten Grab der Mitternacht- Fern vom lichte hilft uns nur der Glaube; Unser Wissen schwebt in Dunkelheit,
Wenn kein milder Strahl aus beffern Welten Das Gewölke der Vernunft zerstreut.
Ohne diesen Aufblick voll Vertrauen Zu der Gottheit, die den Menschen liebt, Ware unser Lebenstag auf Erden,
Wie die Nacht, die Flur und Wald umgiebt.


