Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 15
2. Die vielen wundervol- O leite mich durch welt und len werke, Was unserm auge zeit Hinüber in die ewigkeit. fern und nah, Steht alles, wie durch deine stärke, So auch durch deine weisheit da. Unendlich, herr, ist dein verstand! Der ganze weltbau machts bekannt.
3. Mit eben der allweisen stärke, mit welcher du die welt gemacht, Regierst du alle deine werke, Die dein verstand hervorgebracht. Du brauchst, o unerschaffnes licht! Der menschen rath und bei stand nicht.
4. Was du zu thun dir vorgenommen. Das kommt ohnfehlbar auch zur that. Wenn tausend hindernisse kommen, So triumphirt dein hoher rath. Den besten zweck wählt dein verstand, Die mittel stehn in deiner hand.
5. Die menge so verschiedner willen, Wo jeder seinen weg erwählt, Muß doch den deinen blos erfüllen, Der seines zieles nie verfehlt, Und aller feinde stolzen wahn, Als unvernunft beschåmen kann.
6. Dweisheit! decke meiner feele Die angeborne thorheit auf, Damit sie dich zum leitstern wähle, In ihrem sonst verwirrten lauf. Ich weiß den weg des friedens nicht, gönne mir dein sichres licht. 7. Du hast mich durch mein -ganzes leben Nach deinem klugen rath geführt; Mein geist muß dir die ehre geben, Daß du aufs beste mich regiert;
Allmacht Gottes.
20. H
Mel. Machs mit mir, gott, nach. err, deine allmacht reicht so weit, Uls selbst deinwesen reichet. Nichts ist, was deiner herrlichkeit und deinen thaten gleichet, Es ist kein ding so groß und schwer, Das dir zu thun nicht möglich wär.
2. Du sprichst, und auf dein mächtig wort Fällt alles dir zu füßen. Du führest deinen anschlag fort Bey allen hindernissen. Du winkst; was noch kein auge sah, Steht augenblicklich vor dir da.
3. Du hast das große weltgebäu Allmächtig aufgeführet, Und erd und himmel zeugt, es sey Dein arm, der sie regieret. Dein wort, das sie geschaffen hat, Ist ihnen an der pfeiler statt.
4. Die menge vieler wunder zeigt, Daß, schöpfer, dein vermögen Weit über die gesetze steigt, Die die natur bewegen. Du bleibst ihr herr, und ihren lauf Hebst du nach weiser willkühr auf.
5. Was für ein wunder deiner macht Wird unser aug einst sehen, Wenn nach der langen grábesnacht Die tod: ten auferstehen, Wenn du von unserm staub den rest Zu neuen körpern werden läßt.
6. Ullmächtger! mein er staunter geist Wirft sich vor


