Druckschrift 
Neues Braunschweigisches Gesangbuch : nebst einem kurzen Gebetbuche zum öffentlichen und häuslichen Gottesdienste
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. II

kennest du, Eh sie in mir leyen. Durchdringe kräftig enissen, Und was ich wün- feel und geist Mit deinen sche, rede, thu, Das kann beilgen blicken. Laß, was ge­dein auge sehen. Vor dir ist heime schande heißt, Sammt alles offenbar; Du prüfest allen bösen tücken, Mich stets herz und nieren, Und alle sorgfältig meiden. gründe siehst du klar, Die unser thun regieren; Nichts bleibt vor verborgen.

Mel. Es ist gewißlich an der zeit. msonst, umsonst ver:

3. Was deiner freunde herz 14.11 hustou dich Mein

begehrt, Das weißt du, eh fie beten; Ihr seufzen wird von dir erhört, Eh sie noch vor dich treten. Was deiner feinde rath beschließt, Das ist dir unverborgen; Dir, der du ihren anschlag siehst, Uls wie den lichten morgen, Den keine schatten decken.

4. Was nach verfließung vieler zeit noch künftig wird geschehen, Das sieht dein auge allbereit als gegenwär­tig stehen. Dir stellt sich alles deutlich dar, Das, was erst noch soll werden, Und was nun ist, und was einst war, Im himmel und auf erden. Wer sollte dich nicht fürchten?

5. Bleibt gleich vor men­schen manches noch In dieser welt verschwiegen, So wird dein auge künftig doch Die finsterniß besiegen. Dein uns parthenisches gericht Wird alles einst entdecken, Was im verborgnen jetzt geschicht; Und schande, furcht und schrecken, Wird dann die heuchler treffen.

6. Laß mich, o höchste maje­ståt! Dein helles auge scheuen, Das nie ein heuchler hinter­geht Mit falschen schmeiche:

herz, in finsternisse; Was kann ich gott verbergen? ich? Das er nicht alles wisse? Sey, kannst du, dunkler als das grab, Das auge gottes schaut hinab, Und kennet deine tiefen.

2. Wo ist die nacht der einsamkeit, Die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon, eh ihr noch seyd, Gedanken meiner seele! Eh ich euch selbst empfinden kann, Bon eurer ersten bildung an, Bis ihr euch ganz entfaltet.

3. Er kennet und erforschet euch, Wenn ihr euch schnell entziehet, Bemerkt euch, wenn ihr strahlen gleich, Schnell auffahrt, schnell entfliehet; Vergebens wünsch ich: sterbt! vergeht! Ich haß euch! auf­gezeichnet steht Ihr all' in seinem buche.

4. Der berr gedenket ihrer noch; Jahrhunderte verschwin­den, Sie bleiben und ich trau­me doch, als wärens keine sünden. Sie alle müssen an das licht, Wenn gott kommt, daß er im gericht Der her: zen rath enthülle.

5. Dann wird das siegel buchs Vor aller welt

seines