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Betrachtungen und Gebete
nau nicht nehmen; da doch eine einzig vorsägliche Sünde, eine einzige verbotene Begierde, die mit Wissen unterhalten wird, meine ganze Tugend vor Gott verwerflich macht; denn er siehet das Herz an, und fordert mein ganzes Herz.
Aber es ist nicht genug, die Sünde zu meiden; man soll auch Gutes thun. Habe ich mich bemühet, christliche Tugenden an den Tag zu legen? Gott, mein Vater, ist der höchsten Liebe werth. Habe ich ihn von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von allen Kraften geliebet? Ist es meine Freude, Gottes Willen zu thun? That ich alles, was ich that, aus Liebe, nicht aus Stolz oder Eigennut? Ach! kann ich sagen, daß Gottes Liebe in mir wohnet, wenn ich das Gute so ungern thue, wenn mir die Stunden der Andacht zur Last sind, wenn ich ungern bete, wenn ich mich nicht überwinden will, meinen liebsten Neigungen etwas zu versagen, und strenge gegen mich selbst zu seyn, wo es Gott und meine Seligkeit verlanget? Gottes Gegenwart begleitet mich auf allen meinen Wegen;. habe ich mich findlich gescheuet, ihn auch in der Einsamkeit zu beleidigen? Wie verhielt ich mich in den Leiden und Wider
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