Druckschrift 
Geistliche Lieder, Gebete und religiöse Betrachtungen / von Elisa von der Recke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

170

Gottes, zu dem wir berufen sind, und welches schon hienieden beginnt.

Der Tod kann nichts Furchtbares für den haben, der hier in dieser Vorschule der Voll­endung, mit heiligem Ernste, mit redlichem Wil­len sich bemüht, den Forderungen und Lehren unsers Heilandes zu genügen und seinem Vor­bilde nachzustreben. Aber nicht dunkelhaft, selbst­gefällig darf uns das redlichste Streben, selbst das Gelingen nicht machen, dessen wir uns zu­weilen in den würdigsten, segenvollsten Momen­ten des Lebens bewußt sind. ,, Wenn ihr Alles gethan habt," ſagt Christus, ,, so sprechet: wir sind unnüße Knechte." So lehret un­ser Meister; aber so handelte er auch. Demje­nigen, der ihn guter Meister nannte, antwortete Was nennest du mich gut? Niemand ist gut, denn der einige Gott! //

er:

ng Demuth ist eine der christlichen Haupttugen­den; sie ist der Schmuck jedes Gelingens unsers besseren Willens, die Krone jedes Verdienstes. Die Demuth gebieret die Sanftmuth gegen den Nebenmenschen, indem sie uns aufmerksam erhält auf den Balken in unserm Aluge, wenn wir den Splitter im Auge des Nächsten erblicken. Welch ein aufmunterndes Beispiel giebt uns Christus in der Tugend der Sanftmuth! wie mild und

-

-