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Gottes, zu dem wir berufen sind, und welches schon hienieden beginnt.
Der Tod kann nichts Furchtbares für den haben, der hier in dieser Vorschule der Vollendung, mit heiligem Ernste, mit redlichem Willen sich bemüht, den Forderungen und Lehren unsers Heilandes zu genügen und seinem Vorbilde nachzustreben. Aber nicht dunkelhaft, selbstgefällig darf uns das redlichste Streben, selbst das Gelingen nicht machen, dessen wir uns zuweilen in den würdigsten, segenvollsten Momenten des Lebens bewußt sind. ,, Wenn ihr Alles gethan habt," ſagt Christus, ,, so sprechet: wir sind unnüße Knechte." So lehret unser Meister; aber so handelte er auch. Demjenigen, der ihn guter Meister nannte, antwortete Was nennest du mich gut? Niemand ist gut, denn der einige Gott! //
er:
ng Demuth ist eine der christlichen Haupttugenden; sie ist der Schmuck jedes Gelingens unsers besseren Willens, die Krone jedes Verdienstes. Die Demuth gebieret die Sanftmuth gegen den Nebenmenschen, indem sie uns aufmerksam erhält auf den Balken in unserm Aluge, wenn wir den Splitter im Auge des Nächsten erblicken. Welch ein aufmunterndes Beispiel giebt uns Christus in der Tugend der Sanftmuth! wie mild und
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