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und nur so gelangen wir zu einer heitern und erhebenden Ansicht des Jenseits, zu der innigeren Seelenruhe, zu dem Frieden Gottes, der höher ist, denn alle Vernunft.
Die Vernunft, dieses heilige Geschenk des himmlischen Vaters, erkennet schon ihrer Natur nach, was gut und recht ist; die ganze Schöpfung, die vor ihr sich aufschließt, ist ihr eine Verkünderin Gottes, und in den flüchtigen Erscheinungen der sie umgebenden, sichtbaren Welt schöpft die forschende Vernunft die beseligende Ueberzeugung, daß der Schöpfer nichts untergehen läßt, was er in das Dasein gerufen. Die Materie wechselt die Form, die Gestalt geht über zu einer neuen Gestaltung; aber sie verschwindet nicht aus dem Dasein. Bei dieser Wahrnehmung, die der Vernunft selbst bei dem welkenden Grashalme begegnet, regt sich in ihr die Ahnung der fortschreitenden Dauer jedes geistigen Daseins, und dies um so mehr, da das Irdische nur die Grundlage des Geistigen ist. Dieser beseligenden Hoffnung kommt der volle, lebendige Glaube entgegen, den die erleuchtenden Lehren unsers Herrn und Meisters uns darbieten. Immer und überall in seinen Worten und Thaten werden wir Beziehungen gewahr, welche hindeuten auf ein ewiges Reich
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