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Geistliche Lieder, Gebete und religiöse Betrachtungen / von Elisa von der Recke
Entstehung
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XVIII

des Tages angewiesen ist; sie soll, wie ein stiller, heiterer Tag, ihr Licht über unser ganzes Dasein, über unser Thun und Lassen, über unsre Freuden und Leiden verbreiten. Ihr Mittelpunkt: der Gedanke an Gott, muß uns, bei allen Vorfällen des Lebens, gegenwärtig sein. Von da geht die Kraft aus, die uns aufrecht erhålt, wenn trübe Stunden über uns kommen; wenn Störungen unsre besten Absichten vereiteln; die Kraft, die selbst über die Schmerzen des Siechthums erhebt; von da geht die Heiligung aus, die dem Genusse der Freude Würdigkeit giebt, daß ihm keine Reue nachfolgt. Soll aber der Keim der Religion feste Wurzel faffen in dem Gemüthe, daß er zu einem Baume des Para­dieses erwachse: so muß der Saame früh gelegt werden. Dem zarten Kinde, das nach einer Blume greift, nach den Sternen hinweiset, kann und muß auf seine kindliche Frage schon eine Antwort gegeben werden, die auf den großen Vater hindeutet, von dem herab alles Gute kommt. Ein kurzes angemessenes Gebet zu dem Vater, dessen Kinder alle Menschen sind, kann und muß in den frühern Jahren der zarten Kinderfeele eingeflößt werden. Man säume nicht zu lange, das Kind auf den Heiland hinzuweisen; auf den heiligen Gesandten Gottes, der das Licht der höheren Weis­heit vom Himmel herab zu den Menschen brachte. Man führe das junge Gemüth, nach Maaßgabe der mehr und mehr sich entwickelnden geistigen Kräfte, immer tiefer ein in das Heiligthum der Religion. So wird das der menschli­chen Natur angeborne höchste Bedürfniß fester begründet, geschärft und verwächst gleichsam auf das innigste tief mit der ganzen geistigen Organisation.

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Es war eine gute Sitte der frühern Zeit, daß man in jedem Familienkreise sich zu Morgen- und Abend- Andachten versammelte. D! ich weiß es, welche Beseligungen ich in