Vorrede der Verfasserin.
Die bedeutende Anzahl schon vorhandener Erbauungsbücher macht, daß ich nur mit Schüchternheit meinen Freundinnen und Freunden diese anspruchlosen Ergießungen meiner Seele übergebe. Aber der Wunsch, diesen Theuren ein kleines Denkmahl meiner Liebe, meiner Weltansicht und meines innersten Lebens zu hinterlassen, überwindet meine Schüchternheit.
Die mehresten dieser Lieder, Gebete und Betrachtungen wurden in einer traurigen, sturmbewegten Zeit niedergeschrieben. In schlaflosen Nächten, unter schmerzhaft drückenden Leiden des Körpers entwickelten sich in mir die religiösen Gedanken, die ich dann in den stillen, geweihtesten Stunden meines Tages niederschrieb.
Der Geist der echten Christusreligion, der unser Ge= můth freudig zu der kindlich vertrauensvollen Anbetung Gottes, unsers himmlischen Vaters erhebt, verbreitet über unser geistiges Leben eine sanfte, ununterbrochene Ruhe, und unterhält in der Seele das hohe Bedürfniß, welches seine Befriedigung in sich selbst findet.
Die Religion, diese unsre sicherste Führerin durch die Irrgånge des Lebens, soll aber nicht in einem bloßen Gewohnheitswerke bestehen, welches nur auf gewisse Stunden
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