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Geistliche Lieder, Gebete und religiöse Betrachtungen / von Elisa von der Recke
Entstehung
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Grabe,

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Viele sehen sich durch ihren Heimgang verwai­set, wie Kinder, denen die Mutter gestorben ist,- Viele der Geretteten und Erquickten werden ihr Gedächtniß im Segen bewahren.

Und all' das Herrliche hat nun geendet? Wie? ein Todeshauch hätte es vermocht, solchen Reichthum des Gei­stes und Herzens zu vernichten? Ein Engel Gottes ging sie durch das Leben, und nun hätte der Tod sie auf im­mer zum Staube hinabgezogen, zum Staube, was dem Staube nicht verwandt? Nein! was hinabsank, ist nicht Sie, das ist die Hülle nur. Sie hat sich aufgeschwungen zum Sternenlande des Lichts. Ja, an solcher Gruft schließt sich der Himmel auf. Was voll Begeisterung Urania ge= sungen, und was in ihrer großen Seele tief erklungen, laut hallt's und feierlich in aller Herzen wieder:

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Ein feiner inn'rer Sinn, der hier begraben In tiefer Hülle lag, wird glorreich auferstehn, Wird jede Geistesblüth' entschleiern,

Und wird das große Wiedersehn

Der Tugend und der Liebe feiern.

Die Wolken, welche hier noch zwischen Seelen stehn, Die schattenden Gestalten, werden schwinden,

Ein leichter Hauch umhüllt dann nur den Strahlenkern; Unleuchten wird der Stern den Stern,

sida

Die Tugend wird die Tugend wiederfinden.

Ja, Freunde! ja, wir werden sein und werden noch des Schönen

Und Guten inniger und seliger uns freun

Und himmlischer wird unser Leben tönen Mit schönen Seelen im Verein.

Dann wird dem edlen frommen Späher

Der heilige Verhüllte näher,

Und lichter, stiller wird's um seine Tugend sein.

Erheben wird sie sich auf freier'm Flügel,

Hin durch das neue Reich der Zeit,

Und heller strahlen wird an ihrer Stirn das Siegel Der heiligen Unsterblichkeit.