XIV
angehörte, oft wurden ihre Verhältnisse verschlungen, und nicht immer war es ihr leicht gemacht, sich auf der ebenen. Bahn zu behaupten. Aber durch jeden Wechsel der Dinge ging sie mit der Ruhe und Würde eines frommen Weisen hindurch; mitten zwischen den glühenden Tiefen der Finsterniß und den frostigen Höhen der Verstandesüberbildung, mit= ten zwischen Volks- und Herrscher- Despotismus, schritt sie auf dem schmalen Pfade des Lichtes und Rechtes hindurch.
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Von allen Vorurtheilen des Standes frei, und jeder Art Knechtssinn feind, wendete sie sich doch mit großer Betrübniß von jenem leidenschaftlichen wilden Ansturmen gegen die nothwendigen Unterschiede und Ord= nungen des bürgerlichen Lebens, welche die ewige Weisheit felbst in dem Wesen und Bedürfnisse unsers Geschlechts be= gründet hat.
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Die merkwürdigsten Erscheinungen der Zeit gingen nicht unbeachtet an ihr vorüber, und geistvolle Schrifterzeugnisse würdigte sie ihrer aufmerksamsten Beachtung; fleißiger aber, als irgendwo, las sie in sich selbst und in dem eigenen Herzen; und würde ihr Tagebuch der Welt aufgeschlossen, es mußte tiefe Blicke in die menschliche Seele gewähren.
So vereinigte sich in ihr wunderbar die mannliche Kraft des Geistes mit weiblicher Milde des Herzens, so ehrwürdig und liebenswürdig war ihr ganzes Denken und Thun! Ach! wie segensreich mußte ihr Wirken sein!
Sie benußte gewissenhaft und mit großem Eifer ihren vielgeltenden Einfluß, der zuweilen selbst die Mächtigen der Erde, ja die Beherrscher auf Thronen erreichte. Der wiſsenschaftlichen Bestrebung, der Thätigkeit des Künstlertalents, öffnete sie vielfältig eine schöne Bahn; der Wahrheit redete sie überall kräftig das Wort, für sittliche Veredlung war sie in allen Kreisen thätig, die sie zu erreichen vermochte, und ihre frommen Lieder werden den Lebenden noch
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