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und dann konnte alle Gewalt ihres Wohlwollens das strenge Rechts- und Wahrheitsgefühl nicht niederkämpfen, mit dem sie jeden von sich wieß, der ihr als feiler Verråther an den heiligsten Gütern und Rechten der Menschheit erschienen war. en In seltener wohlthuender Mischung begegnete uns Licht und Wärme, Starkes und Zartes, Geist und Gemüth in ih= rer großen Seele. Ursprünglich dem Norden angehörend, blieb ihr doch auch der Süden nicht fremd; nicht ihr Fuß nur wandelte unter dem südlichen Himmel, durch das Geburtsland der neuen Künste, es schlug auch in ihr ein südlich warmes Herz; aber nimmer konnte es sich zur schwärmerischen Gluth entzünden, weil es unter der Obhut nordischer Geistes- Tiefe, Ruhe und Kraft stand.
Wissenschaften und Künste hatten in ihr eine warme Freundin und eifrige und thätige Beschůzerin; durch Wort und That, durch Schrift und Beispiel war sie geschäf= tig ihr steigendes Erblühen zu fördern. Aber ihr großer Geist faßte überall nicht das äußere Gebilde der Kunst, sondern das Ideal des wahrhaft Schönen und Guten auf, und behielt in der Wissenschaft immer das Leben im Auge.
Ihrem Vaterlande, wo sie den schönen Morgen ihres Erdenwallens verlebte, hing sie mit Liebe, mit großer Liebe, aber ohne Befangenheit an. Für die ausgezeichneten Beweise hochherzigen Wohlwollens, mit dem sie ihre angestammten kaiſerlichen Monarchen beglückten, hatte sie bis zum letzten Hauch ein dankbares Herz. Aber dies Herz war zu groß, um je sich durch die Erdscholle fesseln, oder durch irgend eine glänzende Erscheinung der Außenwelt bestechen zu lassen. Ihre Liebe gehörte überall nur dem Wahren und Guten, dem Rechten und Heilbringenden an, und wo immer es ihr begegnete, bei ihr fand es Anerkennung und Verehrung.
Ihr Leben war vielfach bewegt, wie die Zeit, der es


