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den Worten: ,, Schon als zartes Kind wurde Andachtsgefühl die höchste Seligkeit meines Herzens. Wenn kindliche Leiden mein tiefbewegtes Gemüth niederbeugten, und ich einen einsamen Augenblick gewann, in welchem ich niederknieen und dem lieben Gott mein stilles Leiden erzählen konnte, dann fühlte sich meine kindliche Seele erleichtert. So legte sich in meinem innersten Leben der Grund zu einer tröstenden und versöhnenden Andacht./ 11 Diese Worte der frommen Verfasserin eröffnen uns das Geheimniß der Seelenruhe, welche sich ihr unter allen Wendungen des irrfalvollen Lebens bewährte. Indem sie nun aber dunkeln Gefühlen sich immer ausschließender hingab; so gerieth sie in den Zustand, der von dem Schritte: zu weit nicht fern ist. Sie that diesen Schritt wirklich; aber ihre, mit ungemeiner Kraft ausgerüstete Vernunft kam ihr zu statten: diese, durch günstige Lebensumstände und Verhältnisse ein Mal aufgeregt, fand sich jedoch bald wieder zurecht, und an die Stelle mystischer Träume, phantastischer Hoffnungen und vermessener Forderungen an die Geisterwelt trat nun die hellere Glaubensfreudigkeit der reinen, einfachen Christusreligion, mit dem ruhigfrommen
Seemann
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