samkeit, ward ihr das Leben der Kindheit verkümmert, entrückt das heilige Blumenland der kindlichen Unschuld und Freude; sie glich einer Pflanze, die, aus südlichen Lüften in einen kalten Boden versetzt, mit gesenktem Haupte ihre Heimath vermißt. In ihrem weichen Herzen regte sich ein banges Gefühl, eine Sehnsucht, die jedoch sehr bald eine befriedigende Richtung finden sollte. Die nächste Veranlassung dazu gaben die in ihrem Familienkreise Morgens und Abends üblichen Hausandachten, denen das siebenjährige Kind beiwohnen durfte. Vorzüglich waren es die Neanderschen Lieder, die mit einer ungewohnten seligen Empfindung ihre Seele erfüllten. In der dunkeln Ahnung ihrer Sehnsucht wurde es heller; es dämmerte zu ihr die Geisterwelt herein, der die hochgeliebte Mutter, deren Bild sie im Herzen trug, schon so lange angehörte. Aus den Entzückungen, die jene Lieder in ihr erweckten, erstand die Begeisterung, die an eigenen Hervorbringungen dieser Art ihre Kräfte versuchte; der erste gelungene Versuch war das Lied: ,, Ich hoff auf Gott." In einem, ihr Leben betreffenden, Auffage schildert sie den Zustand der frühesten Aufregungen ihres Gemüthes mit folgen
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Geistliche Lieder, Gebete und religiöse Betrachtungen / von Elisa von der Recke
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