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Geistliche Lieder, Gebete und religiöse Betrachtungen / von Elisa von der Recke
Entstehung
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VII

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Sinn, aus welchem ein, Wohlthat und Liebe umher verbreitendes, Leben hervorging. In der Cilburd ungetrübten Klarheit ihres Geistes, vereint mit der vollen Wärme und Innigkeit des Gefühls, umfaßte sie die ewigen Wahrheiten, die das un­vergångliche Wort des erhabenen Welterldsers ent­hålt. Solchergestalt ist ihre Religion kein star res, durres Verstandeswerk; sie ist vielmehr ein köstlicher Stanım, der in den Tiefen des Ge­fühls seine Wurzeln ausbreitet, oben aber in den Zweigen leuchtet die Sonne der Vernunft. Die Frucht dieses Stammes gewährte ihr die Kraft, unüberwunden zu dulden und die Kämpfe zu bestehen, womit das irdische Dasein auch die geweihteste Seele nicht verschont. Ein Zeugniß dieser Kraft Gottes hat sie in den folgenden Blättern zu einem kleinen Denkmale für ihre Lie­ben bestimmt: und so reicht sie von ihrem Kran­kenlager ihren Freundinnen und Freunden mit dieser Gabe die Hand.

Dresden.

Tiedge.

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