für die häusliche Undacht.
Wohl uns, wenn diese Vorstellungen uns nicht traurig machen und den Muth benehmen. Wohl uns, wenn der Tod uns nicht in der fürchterlichen Gestalt eines Feindes, sondern als unser Freund, als unser Ret: ter von allen Mühseligkeiten und Unvollkommenheiten des Lebens erscheint.
Wir glauben an den, der dem Tode die Macht genommen, und das Leben und die Unsterblichkeit ans Licht gebracht hat. In diesem beseligenden Glauben ist unser entschlafner Mitchrist( Mitchristin) gleich uns ges bohren und auferzogen, und hat alle die Vortheile, welche daraus für unsern Wandel auf Erden und für unsre Hoffnungen nach diesem Leben fließen können, ges nossen. Dieß ist, nebst so vielen andern Wohlthaten, die ihm( ihr) während der Pilgrimschaft auf Erden widerfahren sind, ohnstreitig die allerwichtigste gewe sen. Denn alles, was zum wahrhaft.glücklichen Leben und zu einem gottseligen Wandel, bey dem man sich doch allein recht wohl befindet, dienen kann, das ist uns geschenkt durch Christum. Im Tode verlieren alle andre Dinge, so unentbehrlich und herrlich sie auch oft scheinen mögen, den Werth, und es bewährt sich da, daß der Gewinn aller Güter der Welt, alle irdische Ehre und Macht, alle vorübergehenden Freuden nicht so viel werth sind, als der Gewinn eines guten Ge wissens.( Nr. 298. V. 3.:)
Nur ein Herz, das Gutes liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, Das vor Gott uns Zeugniß giebt, Kann uns unsern Tod versüßen; Dieses Herz, von Gott erneu't, Giebt im Tode Freudigkeit.
337
Und darum ist es ein so wahres und herrliches Wort: ( V. 2.)
Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts fann dich im Tod erfreu'n; Diese Güter sind nicht dein. 95
Aber


