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Gesangbuch, alte und neue Lieder in sich enthaltend / hrsg. von Joh. Anastasius Freylinghausen
Entstehung
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Gebete und Betrachtungen

Die auf der Erde wallen, Die Sterblichen sind Staub, Sie blühen auf, und fallen, Des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, Wo Gottes Stimme ruft; Doch jede, jede Stunde Bringt näher uns zur Gruft.

Aber eben so wahr ist es auch:( V.2.)

Getroft geh'n Gottes Kinder Die finstre Todesbahn, Zu der die frechen Sünder Verzweiflungsvoll sich nah'n, ni 48 Wo selbst der freche Spotter Nicht mehr zu spotten wagt, Und vor dir, seinem Retter, Erzittert und verzagt,

Das ist, lieben Brüder, nun einmal unsre Bestim mung. Wir sind unter der Bedingung ins Leben getres ten, es wieder verlassen zu müssen. Wir sollen hier feine bleibende Ståtte haben, sondern immer eingedenk seyn, daß ein andres Land auf uns wartet, in welches unser Geist aufgenommen wird, wenn wir unsern irdi­schen zerbrechlichen Körper abgelegt haben.

Wie zerbrechlich dieser irdische Körper, wie vielen Zufällen, Schwächen und Leiden er ausgesetzt ist, das haben wir aufs neue an dem Krankenlager unsers lieben Todten lernen können. Wir haben da die ganze Hin­fälligkeit des menschlichen Lebens vor Augen gesehen, und vielleicht selbst zuletzt gewünscht, daß Gott den schweren Leiden, welche mit jedem Tage zunahmen, ein baldiges Ende durch einen sanften Tod machen möchte. So kann es auch uns gehen! So sehr wir auch ist noch Ursach haben, das Leben für eine Wohlthat zu halten, und so wenig das Christenthum von uns verlangt, den Tod hers benzusehnen, so könnte doch leicht der Fall eintreten, wo wir Gott selbst båten, uns aufzulösen, und den Schmerzen, den Beangstigungen, den mit jeder Stunde steigenden Quaalen ein Ende zu machen, und uns auss zuhelfen zu seinem himmlischen Reich.

Wohl