für die häusliche Undacht.
fer für mich und meine Verbindungen in der Welt feyn möchte, ein langes oder kurzes Kranfenlager, das Leben oder der Tod. Wähle du für mich! auf dich traue ich! nur lehre mich in meiner, vielleicht noch ganz kurzen, Lebenszeit an meiner Seligkeit mit ganzem Ernst arbei= ten. Wie ich diese Zeit bisher angewendet habe, wie ich mit den mir verliehenen Kräften und Gelegenheiten zum Guten umgegangen bin, wie ich gegen alle meine Nebenmenschen gesinnet gewesen bin, wie ich mein Herz und mein Leben rein von lasterhaften Neigungen und Gewohnheiten zu bewahren gesucht habe, wie werth mir die Religion gewesen, und wie treu ich in ihrer Erkenntniß und Uebung gewesen bin: das ist die ernsthafte Ueberlegung, die ich jetzt anzustellen habe. Gieb, daß ich sie weder scheuen, noch leichtsinnig damit zu Ende eilen und mir die Tröstungen des Evangeliums JEfu Chrifti fälschlich zueignen möge. Auch für mich ist freylich ben dir viel Vergebung; auch mir willst du Barmherzigkeit widerfahren lassen. Es ist doch aber auch gar zu gewiß, daß ich mit den Gesinnungen, die ich mit mir aus dieser Welt nehme, in der zukünftigen fortleben werde, und wie meine Aussaat ist, so auch die Ernte für mich seyn wird. Stets sey mir also der Zus ruf Jesu Christi erinnerlich: Selig sind, die reines Herzens sind, die Friedfertigen, die Sanftmüthigen, die ein aufrichtiges Verlangen haben gut zu seyn, und so nach der Gerechtigkeit hungern und dursten! Das ers wecke mich, mein Herz von allem dem loszureißen, was es noch an das Irdische fesselt, noch so viel Gutes zu thun, als ich kann, und Allen um mich her durch Ge duld, durch Ergebung in deinen Willen, durch frohe Erwartung des Zukünftigen erwecklich zu werden. Dann trdste mich, o Gott, deine Liebe; dann sen mir die Nacht des Grabes nicht fürchterlich; dann laß mich in der ruhigen freudigen Gesinnung beharren: HErr, ich warte auf dein Heil! Amen.
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