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Die heilige Passion : gefeiert in Liedern, Betrachtungen und Gebeten / hrsg. von dem Christlichen Vereine im Nördlichen Deutschland
Entstehung
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leugnen auf sich habe," steht geschrieben Matth. 10, 33. und Luc. 12, 9. Ach und Sein Lieben gegen uns, das selbst da noch nicht erkaltet war, als Er schon kalt im Felsengrabe ruhete, verdient es wohl um uns, daß wir Ihm Alles, Alles nachsehen. Mit Liebe weilt mein Blick auf euch, ihr from> men Frauen. Es ist erquickend, in der ganzen Le bens- und Leidensgeschichte des Herrn keinem weib. lichen Wesen zu begegnen, das Ihm mit Kränkun­gen entgegengetreten wäre, Bielen aber, die Ihm mit männlichem Glauben und hohem Vertrauen naheten und Ihm mit unermüdlichem Lieben folg. ten. Frauen beweinen Ihn auf Seinem Kreuzes. wege, ein Weib jalbet Ihn zu Seinem Begräbniß, und hier können sie sich von dem Grabe nicht tren­nen, das Seinen Leib umschließt. Des weiblichen Gemüthes Wesen ist Liebe und sein Element ist Frömmigkeit. Wehe! wo ein Weib sein Element verläßt, da ist Verkehrtheit, Unnatur, Mißgestalt; da trågt es seine Entartung meistens über auf viele nachfolgende Geschlechter und wird oft die Ursache vom geistlichen Berderben Vieler. Heil aber einem Weibe, das in seinem Elemente lebet und webet, in der Liebe zu Gott und zu den Brüdern, solches wird ein Himmelssegen für Töchter und Söhne und ferne Enkelgeschlechter! Wir Alle aber, vom Weibe geboren, fühlen uns mit den frommen Frauen, die dort weinend an Seinem Grabe siten, verwandt und wollen uns zu ihnen gesellen, mit unsern Lie­ben Seine Sabbathsstille feiern und von Ihm nim­mer weichen und wanken. Erschütternd ist mir Marias Jammerbild. Ich sehe an ihr, wie Gott dem Demüthigen Gnade, und Stärke genug dem Unver