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mögenden giebt. Die einst nicht stolz war bei der Begrüßung des Engels, behielt auch jest, als des Herren Magd, Muth und Glauben, Jhm bis zum Grabe zu folgen. Die großen Verheißungen, wel che sie über Ihn empfangen, die Erfahrungen, wel che sie an Ihm gemacht, die Worte, welche sie vom ersten Osterfeste bis zu diesem letten aus Seinem Munde gehört, das Alles hatte sie in ihrem Herzen bewegt. Jetzt lebt sie von einem jeglichen Worte, das durch den Mund Gottes geht, und durch die Kraft, welche in dem Schwachen mächtig ist. Ich wünsche mir in großen Leidensstunden, wenn auch ich einmal an einem Grabe sitzen soll, darin mein ganzer Erdenreichthum schläft, ein Herz, wie ihres.- Und was sagt mir diese stille Gruft, in wel cher Du, o Fürst des Lebens! Sabbathsruhe hältst? Sie zeige auch mir mein Ziel. Dahin werden sie mich auch legen, die lieben Josephs- und Nicodemushände, die mir angehören, wenn ich mein Kreuz, so lange es Gott gefällt, getragen habe und unter ihm erlegen bin. Dahin werden auch mich die lieben Meinen begleiten, welche mir überbleiben nach so vielen Trennungen und Todesrufen an die Menschenkinder. Dort werd' auch ich ausruhn von meiner Müh' und Arbeit auf Erden und schlafen.-
Der Du im Grabe Ruhe haft gefunden, Nachdem Du für mich sterbend überwunden, Gieb Ruhe, wenn man mich nach meinen Tagen Ins Grab wird tragen.
Drücke mir die Augenlieder Sanft mit Deinen Händen zu; Senke friedlich mich darnieder In des Grabes stille Ruh.
Laß aus Deines Leib's Erblassen Labsal mich und Hülfe fassen,


