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pfindung unseres Herzens, die nicht von der Sünde befleckt und verunreinigt wäre. Er, der Herr, muß uns waschen und reinigen durch Sein Blut. Und wir wollen es doch Ihm nicht erlauben, wir verschmähen die Gnade, welche sich dazu anbietet, wie bettelstolze Thoren das Allmosen verwerfen, ohne welches sie doch verhungern und elendiglich umkommen müssen. Werde Ich dich nicht wa
schen, so hast du kein Theil mit mir," diese Erklä rung des Herrn besiegt endlich den thörichten, Seiner Gnade widerstrebenden Jünger. Keinen Theil mit Ihm! nein! das erträgt kein Herz, das vom Geiste Gottes angeregt und von der Liebe des Herrn Jesu ergriffen ist. Keinen Theil mit Ihm! dieser Gedanke zerbricht den letzten Stolz der Seele, reißt die letzten Banden, womit die Sünde das Herz festhält, auseinander, und arm, blind und bloß, wie wir sind, nichts mehr von uns selbst erwartend, sondern Alles von Seiner Huld und Gnade erflehend, sinken wir zu den Füßen dessen nieder, dessen Blut allein nur uns von unserm Aussage reinigen kann. ,, Herr nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt" tönt es von des Jüngers Lippen. Aber ach! welche Geduld muß der Herr mit unserm verkehrten Herzen haben, bis es zum rechten Verståndniß unserer Sünde und Seiner Gnade kommt! Wie äußerlich und fleischlich faßt der liebe, ungestüme Petrus des Heilandes Liebeswerk! Er meint, das Wasser thue es. Aber ob wir auch den Ocean ausschöpfen, wir würden mit allem Wasser darin auch noch nicht einen Flecken von der Seele wegwa> schen können. Es hilft hier kein äußerliches Werk, kein Wassertaufen und kein Abendmahlgchen, wenn wir


