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in meiner Brust, du willst es auch nicht dulden, daß dein Heiland dich rein wäscht von deiner Sünde, du hinderst Ihn in Seinen besten Heilandsabsichten und stößeft die Gnade von dir, mit welcher Er stündlich sich dir nahet. ,, Was Ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren," bedeutet der Herr den widerstrebenden Jünger. Der Gnadenstuhl ist mit aufsteigendem Rauchwerk bedeckt, und es soll uns nicht gelüsten, dahinter zu schauen; uns geziemt demüthige Hingabe an den Willen und Befehl des Herrn und gläubiges Ergrei fen der Gnadenmittel, die Er darbietet; wer die hei lige Verborgenheit Gottes ergründen, seine Geheimnisse mit Händen greifen, und mehr sehen will, als ihm zukommt, der wird nichts als Finsterniß wahrnehmen, weil er sich erdreistet, mit seinen blöden Augen in das strahlende Licht der Sonne zu schauen. Petrus verstand die Gnade nicht, die ihm widerfah= ren sollte, und weil er sie nicht verstand, mochte er sie nicht. Nimmermehr sollst Du mir die Füße waschen" erklärte er hartnäckig. Armer Petrus! armes Menschenherz! wie lange und beharrlich wehrst du dich doch gegen deine Seligkeit und zweifelst an des Heilandes Liebe und Gnade, weil sie dich zu groß dünkt. Das kleine Herz kann das große, weite und breite Meer Seiner Liebe nicht fassen. Und doch was wären wir, wenn diese Liebe nicht so groß wäre? Wir såßen in Schatten und Finsterniß des Todes, wir waren Gefangene an unzerreißbaren Ketten, wir lägen in den Tiefen des Verderbens, und es gåbe keine Hand, die uns emporzöge, wir waren durch und durch voll Aussah, kein Glied unseres Leibes, keine Kraft unserer Seele, keine Em
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