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Die heilige Passion : gefeiert in Liedern, Betrachtungen und Gebeten / hrsg. von dem Christlichen Vereine im Nördlichen Deutschland
Entstehung
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das Herz nicht in Jesu Blut und Wunden tauchen. Wer da gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist rein. Und ihr seid rein.". Nun, mein Lieber, der du dieses liesest, bist du auch rein?

Gebet.

O Herr Jesu, Du unser Gott und Heiland! Du bift aus Deiner Herrlichkeit, die Du bei dem Vater hattest, ehe denn die Welt war, nicht herabgekommen, daß Du die Deinen ließest, sondern daß Du armen Sündern den niedrigsten Knechtsdienst erwiesest, und Dein Leben zur Erlösung hingeben wolltest für Viele. Schmücke auch unsere Seele mit Deiner Sanftmuth und Demuth, daß sie Dir wohlgefalle. D Du weißt es, Herr, wie viel Stolz, Troß, Sicherheit und Ueber­muth noch in uns wohnet. Nimm hinweg den stolzen, eigengerechten Sinn! laß es uns erfahren, wie so gar nichts Gutes an uns ist, und wie wir sogar nichts find vor Dir; zeige uns unsere Sündé, unsere ganze Sünde, auf daß es nicht verborgen bleibe vor unfern Augen, wie durch und durch Leib und Seele. verunreinigt ist, und wie wir selbst viel zu ohnmächtig und kraftlos sind, uns von unserer Krankheit aufzurichten, unfern Schaden zu heilen, unser Herz und Leben zu bessern. Nur in ein ganz leeres Gefäß willst Du Deine Gnade ausgießen, nur ein völlig zerschlagenes Herz kannst Du gesund ma: chen. Gieb uns ein solches Herz, das nirgend mehr, als in Deinem Blut und Wunden, seine Hülfe und sein Heil sucht und wasche Du selbst uns rein von allen unsern Sünden und Missethaten. Weil aber das Herz nicht bloß ein troßiges, sondern auch ein sehr verzagtes Ding ist, weil es so schwer glauben will an Deine große, unaussprechliche Gnade und Barmherzigkeit, so erlöse uns von allem 3weifelmuth und aller Bangigkeit, welche die arme Seele quålt und verleihe uns durch Deinen Geist einen festen, fröhlichen Glauben an die erlösende Kraft Deines Blutes, an Dein völlig zureichendes Ver­