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Die heilige Passion : gefeiert in Liedern, Betrachtungen und Gebeten / hrsg. von dem Christlichen Vereine im Nördlichen Deutschland
Entstehung
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Habe aber auch Geduld mit meiner natürlichen Trägheit und Kaltsinnigkeit. Deine Liebe ist zu groß und mein armes Herz zu klein, so daß ich einen so großen Strom in ein so kleines Herz nicht fassen kann. Deine Liebe ist uns einfältigen, armen Kindern zu hoch, wir können sie nicht erkennen und begreifen. Ach! gieb mir ein wei­tes, großes, weises Herz, daß ich recht viel darein zu fassen vermöge, denn ich begehre nichts anderes, als nur Dich allein zu genießen. Ich suche nur Dich, meinen Gnadenstuhl, meinen Erlöser, meinen Fürs cher und in Dir Ruhe und Frieden für meine Seele. Laß mich reichlich erlangen, was ich so sehnlich suche, und hilf mir endlich in Dein himmlisches Reich, da ich des völligen Genusses Deiner hohen Schåpe theilhaftig und mit den reichen Gütern Deines Hauses, ja mit göttlicher Wollust, als mit einem Strome, ewig gefåt= tigt werde, um Deiner unaussprechlichen Liebe wit­len. Umen.

Dienstag.

Melod. Herr und Weltfter deiner Kreuzgemein.

Kommt und seht des Heilands Scheidescenen, Wie Sein Herz voll Inbrunst wallt! Seht Ihn an! der Liebe stilles Sehnen Hüllt den Herrn in Knechtsgestalt.

Ihn, den ehrfurchtsvoll die Himmel grüßen, Beugt die Liebe zu der Jünger Füßen. Sinkt mit tiefgerührtem Sinn, Sinkt vor seiner Liebe hin!

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Ja, Er liebt die Seinen bis ans Ende, Wüßte sie gern Ulle rein,

Streckt zu ihnen aus die heil'gen Hände, Reinigt sie, sein Volk zu sein.

Herr und Meister, Du, an den ich glaube, Wasch' auch mich von jedem Erdenstaube: Und an eieb' und Demuth reich, Mach' mein Herz dem Deinen gleich.