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Die heilige Passion : gefeiert in Liedern, Betrachtungen und Gebeten / hrsg. von dem Christlichen Vereine im Nördlichen Deutschland
Entstehung
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jemand den Herrn Jesum Christum nicht lieb hat, der sei verflucht und verbannet zum Tode."( 1 Cor. 16, 22.) Wie möget ihr doch solche schreckliche Ver­wünschung ertragen? Selbst gottselige Seelen er zittern davor, und möchten oft vor heiliger Unge­duld über die Kaltsinnigkeit ihres Herzens dies Herz aus dem Leibe reißen und von sich werfen. Denn sie erkennen freilich, daß sie kaum mit ihrer Liebe gegen ihren himmlischen Bräutigam einen Anfang gemacht haben. Sie wissen wohl, daß ihre Begier­den dem nassen Holze gleichen, welches nicht recht Feuer fangen, sondern nur glimmen und rauchen will. Doch sie wissen auch und trösten sich damit, daß die Liebe ihres Liebsten so groß ist, daß sie auch ihre Schwachheiten und Mängel duldet und über windet, und daß Er es gern hört, wenn sie über ihr kaltes, mattes und liebloses Herz seufzen: ,, Dies ist mein Schmerz und kränket mich, daß ich nicht gnug kann lieben Dich, wie ich Dich lieben wollte. Ich werd' von Tag zu Tag entzünd't; je mehr ich lieb', je mehr ich find', daß ich Dich lieben sollte; von Dir laß mir Deine Güte ins Gemüthe lieblich fließen, so wird Liebe sich ergießen."

Gebet.

O Herr Jesu! Du ewiger Sohn Gottes! der Du bis zum Tode uns geliebet und je näher dem Tode, desto feuriger die Strahlen Deiner Liebe haft hervor leuchten lassen! Was hast Du doch an uns gesehen, weßhalb Du uns nicht nur geliebet, sondern so herzlich und inbrünstig geliebet, daß Du alles Leiden für Freude und alle Schmach für Ehre und Deine Dornenkrone für einen Bräutigams franz geachtet haft. Erwecke doch auch in mir ein solch herzliches Verlangen nach Dir, wie Du nach mir und meiner Seele bezeiget hast.