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Die heilige Passion : gefeiert in Liedern, Betrachtungen und Gebeten / hrsg. von dem Christlichen Vereine im Nördlichen Deutschland
Entstehung
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Habe ich denn recht gehört: ,, Mich hat herz­lich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, che denn Ich leide?" Ja, so lese ich. Ist es denn nicht das Osterlamm, welches mein Jesus in diesem Leben das letzte Mal genießen will? Weiß Er denn nicht, was Ihm unmittelbar darauf begeg­nen wird? Gab Er denn nicht schon damals, als Er sprach, ,, Sehet wir gehen hinauf gen Jeru­salenr!" genugsam zu verstehen, daß Sein Leiden und alle Umstände desselben Ihm auf das deutlich­ste vor die Augen gemahlet und in Sein Gemüth geprägt wären? Wo ist aber jemals erhöret wor den, daß man nach dergleichen höchstschmerzlichen Leiden und dem bittersten Tode einiges, geschweige ein so herzliches Verlangen habe? ,, Geheimnißvolle Lieb', o Lieb' geheimnißvoll! die jedes Adamskind mit Lust bewundern soll." Ach warum wird denn diese Liebe des Sohnes Gottes so gar wenig, oder doch sehr kaltsinnig von uns erwogen? Ist es nicht wahr, daß die meisten der Christen, wenn sie von der Liebe ihres Jesu, von der Vermählung des Sohnes Gottes mit unserer armen Seele, von Seis nem Bräutigamsschmuck, Seinem Purpurmantel, Dornenkrone, Geiffeln, Någeln, heiligem Blute und Wunden etwas lesen oder hören, es als eine gemeine und ihnen längst bekannte Sache ohne Eifer, Buße, Andacht, Erweckung geistlicher Freude und brünstiger Gegenliebe, und ohne rechte Dankbarkeit vernehmen? O ihr unglückseligen Seelen, warum liebt ihr die Liebe nicht? Erinnert euch des schweren Fluchs, welchen über diejenigen, die bei der unergrund. lichen Liebe ihres Heilandes sich so unempfindlich bezei» gen, der eifernde Paulus ausspricht, wenn er sagt: ,, So

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