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pfe; daß ich bei Deinem Unblicke, Du sanftmüthigster Dulder, der Du Dich willig in die Hand Deines himmlischen Vaters hingiebst, der Ungeduld mich schäme in den leichten Trubsalen dieser Zeit, durch welche mich Gott nach Seinem Wohlgefallen gehen läßt. Laß es mich nicht vergessen, daß jetzt die Zeit ist, uns mit einander zu verföhnen und in Beweisen brüderlicher Liebe nicht zu ermüden. Dazu hilf mir, o Herr, um Deines Namens willen. Amen.
Montag.
Melod. Schmücke dich, o liebe Seele. Herr! Dein herzliches Verlangen, Da Du in den Tod gegangen, Mit den Deinen Dich zu leben Und Dein Nachtmahl einzufeßen,
Drångt auch mich zum Tisch der Gnaden; Du hast mich auch eingeladen, Denn auch ich bin unter allen Dir nicht aus dem Sinn gefallen.
Mich verlangt nach dieser Speise, Noch ch' ich von hinnen reise; Mich verlangt nach diesem Tränken, Ch' man mich ins Grab wird senken; Denn ist Jesu Leib und Leben, Ift Sein Blut mir eingegeben, Wird mein Leib im Auferstehen Seinem Leibe ähnlich sehen.
Ich hab' Du stillst mein Verlangen! Jesu Leib und Blut empfangen, Neu hat mich Sein Tod durchdrungen Und selbst meinen Tod verschlungen, Nun hat er Sein ew'ges Leben Mir in Seinem Blut gegeben. Nun entschlaf ich voll Vertrauen, Sesum bald verklärt zu schauen.
P
Luc. 22, 14. 15.
,, Und da die Stunde kam, sette Er Sich nieder und die zwölf Apostel mit Ihm und sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn Ich leide."


