Von Gottes Wesen
Mel. Es ist gewißlich an der zc. 18. Umsonst, umsonst verhüllst du dich, mein Herz, in Finsternisse; was kann ich Gott verbergen, ich! daß er nicht Alles wisse? Wärst du auch dunkler, als das Grab: das Auge Gottes schaut hinab und kennet deine Tiefen.
2. Wo ist die Nacht der Einsamkeit, die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon, eh' ihr noch seyd, Ge banken meiner Seele! eh' ich euch selbst empfinden kann, von eurer ersten Bildung an, bis ihr euch ganz entfaltet. 3. Er kennet und erforschet euch, wenn ihr euch schnell entziehet; bemerkt euch, wenn ihr, Strahlen gleich, schnell auffahrt, schnell entfliehet; vergebens wünsch' ich: sterbt, vergeht! ich haff' euch! aufgezeichnet steht ihr all' in seinem Buche.
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4. Der Herr gedenket ihrer noch, wenn sie auch mir verschwinden; sie leben, und ich wähne doch: Gedanken seyn nicht Sünden? Nein, alle müssen an das Licht, wenn Gott kommt, daß er im Gericht des Herzens Rath enthülle.
5. Seyd heilig denn, von Gott nur voll, Gedanken meiner Seele! daß, wenn gerichtet werden soll, kein einziger mich) quale! Seyd heilig! und dann fürchtet nichts; Gott wird am Tage des Gerichts gleich Thaten euch belohnen.
Mel. D König, dessen Majestät zc. 19. Herr Gott, der du erforschest mich und kennst mich aus und innen, mein Thun und Lassen kommt vor dich, Gehen, Stchen und Beginnen; was ich im Bette denk' und dicht, siehst du von fern und fehleft nicht, du prüfeſt Herz und Nieren. Du kannst auch, wenn ich bin allein und gerne wollt' verborgen seyn, all' meine Weg' ausspüren. 2. Du hörst das Wort aus meinem Mund, ich kann dir nichts verhehlen; Gott, du durchschauft des Herzens Grund, kennst jeden Rath der Seelen; du schaffest ja, was ich vollbring', wie groß es ist und wie gering, ich kann's ohn' dich nicht richten. Wenn aber du durch deine


