Gebet einer Waise.
813
nem recht christlichen Sinn mei- aller Waisen Vater, ohne den ne Hoffnung auf dich meinen fein Eperling vom Dache und kein Schutz und Retter setzen; will Haar von meinem Haupte fällt, alle meine, wenn auch schwache wie süß und erquickend ist mir Kräfte aufbieten, die Pflichten, dieser Glaube! Ich ehre, wenn die mir gegen die Meinen oblie auch mit Thränen, den verborggen, zu erfüllen, will durch einen nen Rath deiner Weisheit und stillen und eingezogenen Wandel bete dich in tiefer Demuth an, jeden bösen Echein vermeiden, ob mich gleich deine Baterhand und denen ganz leben, die ich jetzt auf Dornenwegen leitet. geboren habe. In meiner Ein: Vater und Mutter haben mich famkeit die Hoffnung auf dich verlassen, du aber, o Herr, haft allein zu segen, und am Gebet mich aufgenommen, um es auch und Fleben Tag und Nacht zu an mir zu offenbaren, du seist bleiben, auch tadellos vor der der Verlassenen Hort und der Welt erfunden zu werden, das Waisen Versorger. O daß ich sei mein einziges Bestreben. dort auch als dein Eigenthum Und du, o Bater, der du die von ganzer Seele dir anbange, Herzen der Menschen lettest wie nicht aber mir, oder der Welt die Wasserbäche, wirst mir dann leben möchte! Daß doch wahre.
Frömmigkeit, Unschuld des Her zens und ein zartes Gefühl fürs Gute das Ziel sei, nachdem ich ringe, damit ich dir, o Gott, gefalle! Mit diesen Gütern bereiz hert fann mich kein Mangel drücken, und durch diese Stüßen gestärft, stehe ich fest, wenn Versuchungen mich bestürmen wollen. Ach, ich lebe in einer Welt, wo es der Gefahren viele giebt, und unter Menschen, die zum Theil mir manche Fallstricke legen. Laß mich mit Behutsamfeit die Bahn wandeln, die ich vor mir sebe. Bewahre mich vor aller Sermessenheit, der ges fährlichen Klippe der Zugend, und wenn böse Erempel mich
62.
Der du des Furms im Stan-( vom richtigen Pfade ableiten be eingedenk bist, allesregieren wollen, so laß mich den Gedander Herr der Welt, auch wein, fen an deine heilige Allgegen
wart
Freunde erwecken, die meine Rechtschaffenheit ehren und mit ihrem Mitleid mich trösten. Ja, was mehr als alles ist, du bist dann der Retter und Freund, der meis ne Plagen erleichtert und mir mitten in der Nacht des Traurens das ticht der Hoffnung auf gehen läßt. Amen.
Geber einer Waise.


