Vorrede zur ersten Auflage.
Bald find 60 Jahre verflossen, seitdem der verewigte Superintendent Krause diejenigen Lieder- Sammlungen veranstaltete, deren wir uns zeither bei unsern öffentlichen Gottesverehrungen bedient baben. So viel dieser verdienstvolle Mann zu seiner Zeit unternahm als er dieses Werk begann, und so sehr er dadurch für die Erbauung seiner Zeitgenossen und Nachkommen, so weit es seine Einsichten und Kräfte vermochten, gesorgt hat: so trägt denn doch sein Werk in vielem Betracht das Gepräge der Unvollkommenheit an sich, und es konnte ihm unmöglich der stolze Gedanke einfallen, daß diejenige Lieder- Sammlung, die seinen Namen führt, die beste und für alle Zeiten brauchbarste Arbeit sein sollte. Nein! stände er jetzt an der Spitze der hiesigen Geistlichkeit, gewiß er hätte mit seinem Zeitalter Schritt gehalten, und gleich uns die Hand an die Verbesserung seines Gesangbuches gelegt, um dasselbe sowohl den Bedürfnissen unserer Tage, als auch dem gegenwärtigen Geiste und Zwecke öffentlicher Andachtsübungen näher zu bringen.
Schon seit geraumer Zeit wurden die Mängel und Gebrechen unsers bisherigen Gesangbuches nicht nur etwa den Gebildeten aus den höheren Ständen, sondern sogar denen einleuchtend, die sich zu der mittlern und niedern Volksklasse zählten. Viele derselben bezeigten uns nicht nur ihren Unwillen, wenn sie Ausdrücke 2
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