11. Von den Beinen des Fegfeuers.
Einen andern Ort des Fegfeuers gibt es noch, nach einer besondern Anordnung, indem, wie man liest, bisweilen Einige an verschiedenen Orten gestraft werden, entweder zur Belehrung der Lebenden oder zur Hülfe der Abgestorbenen, damit nämlich, wenn ihre Strafe. den Lebenden bekannt wird, diese durch die Gebete der Kirche gemildert werde." Endlich sind sie auch, je nachdem es Gott mehr oder weniger zuläßt, den Anfällen der bösen Geister ausgeseßt. Hierüber sagt der heilige Bernard ( Serm. 42.) Folgendes: ,, Diejenigen, welche sich im Reinigungsorte befinden, erwarten die Erlösung, müssen aber zuerst durch die Hiße des Feuers, oder die Schärfe der Kälte, oder irgend einen andern schweren Schmerz gepeinigt werden. Der allgütige Vater überläßt dort seine, zur ewigen Herrlichkeit bestimmten Kinder den Händen des Versuchers, nicht um ste zu tödten, sondern um sie zu reinigen, nicht zum Zorne, sondern zur Barmherzigkeit, nicht zur Vertilgung, sondern zur Wiederherstellung, indem sie schon keine Gefäße des Zornes mehr sind, zum Verderben bereitet, sondern Gefäße der Erbarmung, aufbewahrt zur ewigen Herrschaft."
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