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I. Vom Begriffe
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zen dieses Volkes gelegen wäre. Daher sagt Allioli zu obiger Stelle der heiligen Schrift: Diese ganze Stelle liefert einen klaren Beweis für die katholische Lehre von dem Dasein eines Reinigungsortes für die im Stande der Gnade mit noch nicht vollkommen abgebüßten Sünden Verschiedenen, und von der Wirksamkeit des Gebetes und der guten Werke zu ihrer Erlösung." Ferner erhellt dieſes aus Sir. 7, 37, wo es heißt:„ Wohlthätigkeit ist allen Lebenden angenehm, aber versage sie auch einem Todten nicht," nämlich durch Bezeigung der letzten Ehre und Darbringung der Todtenopfer, wie Allioli hinzufügt. Endlich geht aus der Stelle des heiligen Paulus( I. Cor. 15, 29.): ,, Was thäten sonst die, welche um der Todten willen sich taufen lassen,*) wenn es gewiß ist, daß
*) Allioli nimmt hier mit mehreren andern Schriftauslegern die Worte: sich taufen laſsen" bildlich für leiden, wie sie auch der göttliche Heiland( Luc. 12, 50.) genommen hat, und fügt hinzu:„ Nach dieser Auffassung spricht diese Stelle den Glauben der ersten Christen aus, daß man den Verstorbenen durch Werke der Buße zu Hilfe kommen könne." Es ist also diese Stelle des heiligen Paulus immerhin ein Beweis für den damaligen Glauben an ein Fegfeuer.


